Wirtschaft : Wirtschaftsleistung der Stadt "weiter leicht sinkend"

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Die Berliner Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Im Gegenteil: In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres war die Wirtschaftsleistung der Stadt "weiter leicht sinkend", wie das Statistische Landesamt am Mittwoch mitteilte. Das Berliner Bruttoinlandsprodukt lag im ersten Halbjahr um 0,8 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Als Begründung führen die Statistiker "vor allem den anhaltenden Rückgang im Verarbeitenden Gewerbe und Einbrüche im Baugewerbe" an. Dagegen würden sich die meisten Dienstleistungsbereiche (mit Ausnahme des Handels- und Reparaturbereichs) positiv entwickeln, heißt es in der Mitteilung der Statistiker. Wirtschaftssenator Wolfang Branoner erklärte auf Anfrage die rückläufige Wirtschaftsleistung ebenfalls mit den "Sorgenkindern" Industrie und Bau. Ferner belasteten Investitionskürzungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung die Wirtschaft. Der staatliche Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung liege in Berlin bei rund 18 Prozent, im Bundesdurchschnitt jedoch nur bei 13 Prozent. Entsprechend stark würden also Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben auf die Berliner Wirtschaft durchschlagen, meinte Branoner. Allerdings, so der Wirtschaftssenator, verzerre der Blick auf die Wachstumsraten die tatsächlichen Kräftverhältnisse: Gemessen an der Bruttowertschöpfung pro Kopf liege Berlin deutschlandweit im Mittelfeld. Im übrigen wies Branoner auf die Dynamik im Dienstleistungsbereich insgesamt und insbesondere in der Medienbranche hin: Im vergangenen Jahr habe es hier ein Plus von 4,3 Prozent gegeben.

Das Statistische Landesamt hat die Wachstumszahl für das erste Halbjahr nach dem neuen Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen ermittelt. Nach der alten Berechnungsmethode ist die Berliner Wirtschaft im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent geschrumpft. 1997 gab es ein Wachstum um 0,4 Prozent und 1996 ein "Nullwachstum". Damit liegt Berlin seit Jahren unter dem Bundesdurchschnitt.

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