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Wirtschaftsmacht China : Die Konjunktur springt wieder an

06.01.2013 12:48 Uhrvon
Einkaufsstraße im Süden Chinas. Die Geschäfte locken mit einer bunten Dekoration. Doch viele Chinesen sparen ihr Geld lieber. Foto: AFPBild vergrößern
Einkaufsstraße im Süden Chinas. Die Geschäfte locken mit einer bunten Dekoration. Doch viele Chinesen sparen ihr Geld lieber. - Foto: AFP

Die Führung in Peking hat sich vorgenommen, mehr auf Effizienz und Nachhaltigkeit zu achten – und den Binnenkonsum zu stärken.

Es war eine erste Reise von großer Symbolkraft, die Chinas neuer Führer Anfang Dezember unternommen hat. Drei Wochen nachdem Xi Jinping zum Chef der Kommunistischen Partei gekürt worden war, tourte er durch Chinas südliche Provinz Guangdong. Mit seinem Viertagestrip erinnerte er an Deng Xiaopings legendäre südliche Tour vor 20 Jahren, die wirtschaftliche Reformen und damit Chinas Aufstieg zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt eingeleitet hat. Xi Jinping sendet mit seiner Reise auf den Spuren Deng Xiaopings die Botschaft aus, an dessen wirtschaftliche Reformen anknüpfen zu wollen.

Schon die im März 2013 aus dem Amt scheidende Regierung um Premierminister Wen Jiabao und Staatspräsident Hu Jintao hat im aktuellen Fünfjahresplan nachhaltigeres Wachstum als neuen Kurs für die chinesische Wirtschaft festgeschrieben. Mitte Dezember unterstrich die Zentrale Wirtschaftsarbeitsgruppe bei ihrer jährlichen Tagung dieses Vorhaben. „Die Verbesserung der Qualität und der Effektivität des Wirtschaftswachstums ist das zentrale Ziel der Regierung“, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Chinas Wachstumsmodell soll künftig mehr vom Binnenkonsum, dem Dienstleistungssektor, der Urbanisierung sowie nachhaltigen und umweltfreundlicheren Industrien angetrieben werden. Yi Xianrong, Wirtschaftswissenschaftler an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, sagte der Zeitung „Xinhua“: „Das Bruttoinlandsprodukt sollte auf dem Wachstum der Realwirtschaft beruhen und nicht von steigenden Vermögenswerten getrieben werden.“ Die zu große Abhängigkeit der chinesischen Wachstumsrate von Investitionen, vom Immobilienmarkt und der Exportwirtschaft ist nicht nur von Premierminister Wen Jiabao schon länger als ungesund erkannt worden. Die rasant steigenden Immobilienpreise hatte die Regierung zuletzt besser durch neue Regelungen in den Griff bekommen, ansonsten aber sind wirtschaftliche Reformen ausgeblieben.

Zuletzt beschäftigten sich Chinas Machthaber vor allem damit, den Rückgang des Wachstums aufzuhalten. Die Wachstumsrate ist sieben Mal in Folge gesunken und lag im dritten Quartal 2012 bei 7,4 Prozent. Für China ist das wenig, das Land war es in den vergangenen Jahren gewohnt, mindestens zwischen acht und zehn Prozent pro Quartal zu wachsen. Allerdings scheint inzwischen der Wendepunkt erreicht. Die Zahlen für das abgelaufene Quartal und das Jahr 2012 werden vom Nationalen Statistikamt am 18. Januar bekannt gegeben. Die Weltbank prognostiziert für das abgelaufene Jahr 7,9 Prozent Wachstum. Die Vorhersage für 2013 setzten die Experten sogar von zuletzt 8,1 Prozent auf 8,4 Prozent herauf. „Diese Prognose reflektiert das schwache wirtschaftliche Umfeld, Korrekturen auf dem Immobilienmarkt und die Auswirkungen von unterstützenden politischen Maßnahmen“, schreibt die Weltbank. Experten erwarten, dass die chinesische Regierung sich für 2013 ein Wachstumsziel von mindestens 7,5 Prozent setzen wird.

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