Wirtschaftspolitik : Manager geben Merkel gute Noten

Bei den Führungskräften kommt die Kanzlerin gut an. 85 Prozent stimmen dem Kurs Merkels zu. Aber die Ökonomen mahnen weitere Reformen an.

Berlin - Viel weiter hinauf geht es für Angela Merkel nicht mehr. 85 Prozent der deutschen Führungskräfte finden, dass sie „eine starke Kanzlerin ist“, so viele wie noch nie seit ihrer Wahl im Jahr 2005. Auch mit der Wirtschaftspolitik der großen Koalition ist die Mehrheit (59 Prozent) „im Großen und Ganzen“ zufrieden – ein Wert, der zuletzt vor sieben Jahren erreicht wurde. Dies geht aus einer am Mittwoch vorgestellten Umfrage unter 612 Entscheidern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung hervor, die das Allensbach-Institut für das Wirtschaftsmagazin „Capital“ erhob. Befragt wurden unter anderem 125 Chefs von Firmen mit mehr als 5000 Beschäftigten sowie 32 Ministerpräsidenten und Minister. Allensbach erstellt das „Elite-Panel“ seit 20 Jahren.

Allerdings kann sich die große Koalition in den Augen der Führungsspitzen mit fremden Federn schmücken: Knapp die Hälfte der Befragten urteilt, die Regierung Schröder habe mehr für den Aufschwung getan. „Die jetzige Regierung erhält den Kredit für das, was in der letzten Legislaturperiode angepackt wurde“, sagte Allensbach-Chefin Renate Köcher.

Immerhin: Mit der Konjunktur werde es weiter aufwärtsgehen, glauben 78 Prozent; zwei Drittel rechnen gar mit einem kräftigen und dauerhaften Aufschwung. Dass der Reformbedarf trotzdem immens bleibe, sagen 93 Prozent der Entscheider. Jedoch will knapp die Hälfte, dass nur in kleinen Schritten reformiert wird.

Auch Ökonomen mahnen weitere Reformen an, um den Aufschwung dauerhaft zu stabilisieren. Nach einer Umfrage der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft unter 29 Wirtschaftsprofessoren, die am Mittwoch vorgestellt wurde, sehen die Befragten vor allem dringenden Reformbedarf auf dem Arbeitsmarkt, aber auch bei den sozialen Sicherungssystemen und in der Bildungspolitik. Weitere Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt brächten die stärksten Impulse für ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum. Von den Reformen der großen Koalition erwarten sie allerdings erst langfristig Wirkungen. jul/pet

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