Wirtschaftspolitik : Manager wollen FDP nicht im Kabinett sehen

Umfrage: Nur Unions-Politiker sollen wichtige Posten bekommen, Liberale allenfalls das Justizressort.

Berlin/Frankfurt am Main - Geht es nach den Führungskräften in Deutschland, sollten alle für die Wirtschaft besonders relevanten Ministerien von der Union geführt werden. Sowohl das Arbeitsministerium als auch das Wirtschafts- sowie das Finanzministerium sollte von der CDU/CSU besetzt werden, fordern die Spitzenmanager. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 600 Top-Managern, die das Marktforschungsinstitut Psephos im Auftrag des „Handelsblatts“ und der Unternehmensberatung Droege & Comp. nach der Bundestagswahl befragt hat.

Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) sprechen sich dafür aus, dass die Union die Leitung des bislang von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) geführten Hauses übernehmen sollte. Nur ein Viertel (26 Prozent) sähen gerne einen FDP-Politiker an der Spitze. Auch das bislang von CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg geführte Wirtschaftsministerium sollte in der Hand der Union bleiben, fordern 61 Prozent der Manager. Nur 36 Prozent sprechen sich für FDP-Personal aus. Ausgeglichener ist die Meinung in Hinblick auf das Finanzministerium: 42 Prozent plädieren für einen liberalen Minister. Mit 52 Prozent spricht sich aber auch hier eine Mehrheit für einen Kandidaten der Union aus.

Bereits vor der Wahl hatten die für den „Handelsblatt“-Business-Monitor regelmäßig befragten Manager geäußert, wie gering ihr Vertrauen in das Führungspersonal der Liberalen ist. Den für die Unternehmen relevanten Posten des Finanzministers würden die Top-Manager ebenso wenig an einen Kandidaten der FDP vergeben wie den des Wirtschaftsministers.

Während die Manager in der aktuellen Umfrage für das Bildungsministerium keine klare Parteienpräferenz haben (45 Prozent FDP, 46 Prozent Union), spricht sich mit 62 Prozent eine absolute Mehrheit dafür aus, dass das Justizministerium von der FDP besetzt wird.

Bei den Sachthemen halten fast 60 Prozent der Befragten wenig bis nichts von Mindestlöhnen: 41 Prozent treten dafür ein, den von der Großen Koalition forcierten Ausbau branchenbezogener Lohnuntergrenzen zu stoppen. 17 Prozent fordern sogar, Mindestlöhne wieder abzubauen. Die Große Koalition hatte sie für ein halbes Dutzend Branchen neu ermöglicht – darunter die Reinigungsbranche und die Briefdienstleister. Jeder vierte Top-Manager (23 Prozent) wünscht sich indes, dass die Regierung diesen Weg fortsetzt. Weitere 19 Prozent fordern einen generellen gesetzlichen Mindestlohn.

Beim Kündigungsschutz stellen sich die meisten (67 Prozent) darauf ein, dass die Kanzlerin ihr Versprechen gegenüber den Gewerkschaften halten und ihn nicht lockern wird. Gut die Hälfte, 56 Prozent, sprechen sich für Korrekturen an der Erbschaftsteuer aus. Elf Prozent fordern gar den völligen Wegfall der neuen Regeln für den Betriebsübergang. doh/dc/dri (HB)

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