• Wirtschaftsprüfer belastet Ex-Manager von Mannesmann Untreue-Prozess: KPMG hatte Bedenken gegen Millionen-Zahlung

Wirtschaft : Wirtschaftsprüfer belastet Ex-Manager von Mannesmann Untreue-Prozess: KPMG hatte Bedenken gegen Millionen-Zahlung

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(tas). Die MillionenZahlungen an führende Mannesmann-Manager sind bei den Wirtschaftsprüfern der KPMG von Anfang an auf erhebliche Bedenken gestoßen. Mit einem Beschlussprotokoll aus dem Mannesmann-Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten seien er und seine Kollegen nicht zufrieden gewesen, sagte der leitende Mannesmann-Abschlussprüfer, Günter Nunnenkamp, am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landgericht. Diese Kritik habe er zusammen mit weiteren KPMG-Kollegen frühzeitig auch verantwortlichen Managern im Mannesmann-Konzern mitgeteilt.

Nunnenkamp, der für die routinemäßige Abschlussprüfung des Bilanzjahres 1999 in die Mannesmann-Zentrale gekommen war, hatte Anfang Februar 2000 von den umstrittenen Bonuszahlungen Wind bekommen. Die für die Vorstandsgehälter zuständige Sachbearbeiterin habe ihm ein Beschlussprotokoll vom 4. Februar 2000 gezeigt, das ihm ungewöhnlich vorgekommen sei. Denn in dem schnell gestrickten Beschluss, der Mannesmann-Topmanagern am Tag nach der vereinbarten Übernahme durch den britischen Vodafone-Konzern Prämien in Höhe von insgesamt 30 Millionen Euro sichern sollte, wimmelte es nach Angaben des Zeugen von formalen und inhaltlichen Fehlern.

„Der Punkt, wer zahlen soll, ist aus der Beschlusslage nicht eindeutig hervor gegangen“, sagte Nunnenkamp. Zudem sei das Dokument nicht ordnungsgemäß von allen vier Ausschussmitgliedern unterzeichnet worden. Mit in dem Gremium saßen der damalige Aufsichtsratschef Joachim Funk und der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Die beiden und vier weitere Angeklagte müssen sich derzeit wegen Untreue beziehungsweise Beihilfe zu Untreue vor dem Düsseldorfer Landgericht verteidigen.

Bedenken habe die KPMG vor allem bei einer Prämie an Joachim Funk gehabt. Die Prüfer hielten es nicht für rechtmäßig, dass sich Funk mit dem kritisierten Beschluss selbst eine millionenschwere Zahlung genehmigen wollte. Die Kritik wurde schließlich nach mehreren Gesprächen teilweise aufgenommen, sagte Nunnenkamp. Aber insbesondere über die Frage, ob die Höhe der Prämien nicht den gesetzlich zulässigen Rahmen sprengte, habe es keine Einigung gegeben.

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