Wirtschaft : Wirtschaftssenatorin gibt im Streit um Adlershof auf

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Im Streit um die Besetzung eines Geschäftsführerpostens der Wista-Management GmbH in Adlershof hat Wirtschaftssenatorin Juliane Freifrau von Friesen (parteilos) am Mittwoch Konsequenzen gezogen: Nachdem sie von ihrem Senatskollegen Peter Strieder ausgebremst worden war, verließ Freifrau von Friesen den Wista-Aufsichtsrat. Die Sprecherin der Wirtschaftssenatorin, Heike Engelhardt, sagte auf Anfrage, "auf Grund der Parteiinteressen eines anderen Senators" sei es nicht möglich gewesen, am Mittwoch einen neuen Geschäftsführer für die Wista zu ernennen. Freifrau von Friesen sei daraufhin zurückgetreten, "weil sie ihrer gesetzlichen Verpflichtung nicht mehr gerecht werden kann", sagte Engelhardt.

Auf dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin-Adlershof (Wista) befinden sich gegenwärtig knapp 360 Unternehmen, zwei naturwissenschaftliche Institute der Humboldt-Universität sowie zwölf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Von zwei Wista-Geschäftsführer scheidet einer zum Ende des Jahres aus, bereits seit Monaten wird ein Nachfolger gesucht. Ursprünglich gab es drei Kandidaten, als jedoch die Große Koalition auseinander brach, begann die Geschäftsführersuche erneut.

Am Mittwoch stand nun ein Kandidat zur Entscheidung, den der Geschäftsführer der Wirtschaftschaftsförderung Berlin und Wista-Aufsichtsrat, Hans Estermann, vorgeschlagen hatte. Überraschend zog Estermann noch vor der Sitzung gegenüber der Spitze des Aufsichtsrats, der Freifrau von Friesen als stellvertretende Vorsitzende angehört, seinen Vorschlag zurück. Offenbar lag diesem Rückzug eine Intervention Strieders zugrunde; Strieder selbst nahm an der Aufsichtsratssitzung nicht teil. Nachdem klar war, dass der Kandidat keine Chance hatte, verabschiedete sich die Wirtschaftssenatorin. Der von Strieder abgelehnte Kandidat ist dem Vernehmen nach Mitglied der CDU. In dem Haus von Freifrau von Friesen wird vermutet, dass Strieder einen Parteifreund in Adlershof unterbringen will.

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