Wirtschaftsspionage : Unternehmen fürchten Angriffe aus dem Netz

Die Gefahr lauert überall: Im Internet, am Telefon und selbst bei den eigenen Mitarbeitern sind die größten Lecks für die Sicherheit deutscher Unternehmen zu finden. Wirtschaftsspionage ist ein großes Problem.

Yasmin El-Sharif
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Foto: ddp

Berlin - Die Gefahr der Spionage nimmt sogar zu. Dieser Auffassung sind zumindest 244 Experten aus Unternehmen sowie von Sicherheitsdienstleistern. Diese wurden jüngst gefragt, wie hoch die Risiken der von ihnen betreuten Firmen seien und wo sie die größten Gefahren sähen. Auftraggeber war die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW) – ein Zusammenschluss der Spitzenverbände DIHK, BDI und BDA sowie mehrerer Branchenverbände.

79 Prozent der Befragten sehen demnach eine wachsende Bedrohung der Wirtschaft durch Sicherheitsmängel – vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Internetkriminalität wird hier als besondere Gefährdung genannt. So gehen 76 Prozent der Befragten davon aus, dass Angriffe mit Schadsoftware aus dem Netz zunehmen werden. 55 Prozent rechnen mit mehr Angriffen durch Hacker. Als „besorgniserregend“ wird auch die Wirtschaftsspionage – unter anderem aus dem Ausland – eingeschätzt. Und nicht zuletzt die Kriminalität der eigenen Mitarbeiter sei „gravierend“.

Allerdings räumt die ASW ein, dass die Zahlen der Umfrage nicht repräsentativ sind. So blieb etwa die Größe der untersuchten Unternehmen dem Zufall überlassen. Zudem dürfte ein Teil der Befragten ein Interesse an einem dramatischen Ergebnis haben – immerhin ist der Handel mit Sicherheitsprodukten auch ein Geschäftsfeld von einigen der Befragten. Ein Umstand, den selbst die ASW einräumt. Allerdings gebe es für dieses Thema derzeit keine „so umfassende Erhebung“ wie diese, sagte der ASW-Vorsitzende und Daimler-Sicherheitschef Thomas Menk am Dienstag in Berlin.

Menk befürchtet, dass die Wirtschaftskrise die Sicherheit in den Firmen stärker als bislang gefährden wird. „Der Wettbewerb wird härter geführt werden, die Unternehmen werden sich nach neuen Mitteln umsehen müssen, die bisher nicht im Vordergrund standen.“ Ob dabei auch einige die Grenzen der Legalität überschreiten, ließ er offen.

Doch obwohl die Gefährdung offenbar zunimmt, investieren die Firmen wenig in ihre Sicherheit. Laut Umfrage haben zwar 74 Prozent der Firmen schützenswertes Know-how. Nur 32 Prozent verfügen jedoch über ein Konzept zu dessen Schutz. Yasmin El-Sharif

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