Wirtschaftsstatistik : Absatz von Laptops und Fernsehern floriert

Während große Teile der Weltwirtschaft unter den Folgen der Finanzkrise ächzen, verbuchen die Hersteller von Unterhaltungselektronik hierzulande deutliche Zuwachsraten. Auch das Handwerk zeigt sich im Vergleich zu anderen Branchen bisher recht stabil.

Nürnberg/BerlinIm ersten Quartal zog die Nachfrage nach Laptops, TV-Geräten und Viedospielkonsolen zum Teil im zweistelligen Bereich an. Auch andere Bereiche der Unterhaltungselektronik erwiesen sich als ausgesprochen krisenresistent, berichtete die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu). Im Vergleich zum Vorjahr sei der Umsatz von verbraucherorientierter Elektronikprodukte von Januar bis März um 9,9 Prozent gestiegen.

Das Wachstum resultiert vor allem aus dem ungebrochenen Run auf Flachbildfernseher. Der Umsatz der sogenannten LCD-TVs sei im ersten Quartal um mehr als 30 Prozent auf 1,418 Milliarden Euro gestiegen. Die verkaufte Stückzahl lag sogar mit zwei Millionen Stück um 60 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresniveau.

Umsatzminus im Handwerk bei moderaten zwei Prozent

Auch das Handwerk meldete für den Jahresbeginn vergleichsweise positive Zahlen. Zwar rechnet die Branche für das laufende Jahr mit einem realen Umsatzrückgang von zwei Prozent. Einen Einbruch wie andere Wirtschaftszweige habe das Handwerk bisher jedoch nicht erlebt, sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes ZDH, Hanns-Eberhard Schleyer.

Das Handwerk sei weniger stark von der Exportwirtschaft abhängig als andere Branchen, sagte er. Innerhalb des Handwerks gibt es jedoch große Unterschiede: So sei beispielsweise die Lage im Bausektor mit der Rezession schlechter geworden. "Das Bauhauptgewerbe hofft auf öffentliche Investitionen, die über die Konjunkturpakete finanziert werden", sagte Schleyer.

Viele Ausbildungsplätze bleiben frei

Trotzdem schaut ein Großteil der Betriebe optimistisch in die Zukunft. Einer Umfrage unter 25.300 Unternehmen zufolge erwarten zwei Drittel von ihnen in den kommenden Monaten gleich bleibende oder steigende Umsätze. Ebenso viele bezeichneten ihre wirtschaftliche Lage im Moment als zufrieden stellend oder gut.

80 Prozent der Befragten hätten die Zahl ihrer Beschäftigten stabil gehalten oder ausgeweitet. Für das Gesamtjahr geht Schleyer davon aus, dass die Zahl der Mitarbeiter um 0,5 Prozent oder 25.000 Menschen sinken wird. Insgesamt beschäftigt das Handwerk in Deutschland 4,8 Millionen Menschen. In puncto Ausbildung rechnet der ZDH angesichts stark zurückgehender Bewerberzahlen dagegen damit, dass viele Stellen unbesetzt bleiben. (rf/dpa)

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