Wirtschaft : Wirtschaftswachstum: Gute Ertragsaussichten für deutsche Betriebe

ro

Trotz des vermutlich deutlich geringeren Wirtschaftswachstums in diesem Jahr können westdeutsche Unternehmen wieder ansehnliche Gewinne hoffen. "Die Ertragsperspektiven sind keineswegs ungünstig", schreibt die Bundesbank im Monatsbericht März. Ausschlaggebend sei die angelaufene Verbesserung der Bedingungen auf dem Weltmarkt mit sinkenden Ölpreisen und einem wieder stärkeren Euro, "umfangreiche" Steuerentlastungen und weitgehend stabile Lohnstückkosten. Das alles, so die Bundesbank, gebe Raum für eine positive Gewinnentwicklung.

Die Volkswirte der Bundesbank sehen die Unternehmen in Westdeutschland - zu Ostdeutschland machen sie keine Aussagen - insgesamt für Zeiten schwächeren Wachstums besser gewappnet als in früheren Jahren. Ihre Ertrags- und Finanzierungsverhältnisse seien "recht solide". Trotz des Ölpreisschocks und trotz der Euro-Abwertung seien die Gewinne der westdeutschen Kapitalgesellschaften - ohne Banken und Versicherungen - um acht Prozent gestiegen.

Detailliert gehen die Bundesbanker im Monatsbericht auf die Lage der westdeutschen Unternehmen im Jahr 1999 ein. Auch in diesem Jahr habe die schwierige Konjunkturlage die Gewinne nur wenig beeinträchtigt. Die Umsatzrenditen hätten das hohe Niveau von 1998 weitgehend halten können. Das Jahresergebnis sei gegenüber den sehr guten Zahlen von 1998 nur um 0,5 Prozent zurückgegangen. Unter dem Strich blieb den Firmen insgesamt ein Vorsteuergewinn von 189,5 Milliarden Mark. Probleme hatten allerdings stark exportabhängige Firmen wie Kfz-Hersteller oder Chemieunternehmen, weil sie 1999 die Folgen der Krisen in Asien und in Russland zu spüren bekamen. Noch schwieriger war es einmal mehr für die westdeutsche Bauindustrie. Auf der Kostenseite schlug 1999 unter anderem der Personalaufwand zu Buche. Ausschlaggebend dafür seien die deutlich höheren Tarifabschlüsse gewesen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar