Wirtschaft : Wissenswertes über Eis

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Schon vor 2000 Jahren schätzten die Chinesen an heißen Sommertagen den Genuss von Eis. Es bestand aus Schnee, Milch und Früchten. Auch die Griechen mixten sich aus dem Schnee des Olymp, Honig, Fruchtsäften und Wein die exklusive Götterspeise.

Kaiser Nero ließ sogar Schnee aus den Alpen nach Rom transportieren. Für die Boten bedeutete das einen Wettlauf mit der Zeit, den einige von ihnen mit dem Leben bezahlten. Der Schnee wurde in Erdgruben gelagert und später mit Honig, Zimt oder Rosenwasser verfeinert.

Das Eis kam aus Asien nach Europa: Marco Polo berichtete im Jahr 1298 bereits seinen venezianischen Landsleuten, dass man in Asien schon Eisdielen kenne - er brachte sogar Rezepte mit.

Künstliche Kälte konnte man in Europa erstmals 1530 in Italien erzeugen. Speiseeis wurde nun vom "Gelatiere", dem Eismacher, zubereitet. Die Italiener erfanden auch 1660 die Eismaschine. In einer Büchse, die sich drehte, wurde Eismasse geschabt.

Die Franzosen hüteten die Eisrezepte wie ein großes Staatsgeheimnis. Auf Verrat rollten Köpfe. 1673 brachten Berater Ludwig XIV. auf die Idee, Speiseeissteuer zu erheben und die Rezepte zu verkaufen.

Mit der französischen Revolution kam das Eis nach Deutschland. Vicomte Lanclot, der vor den politischen Wirren geflohen war, gründete 1799 in Hamburg die erste deutsche Eisdiele.

Speiseeis kann Kopfschmerzen verursachen. Nach einem Bericht des "British Medical Journal" spürt jeder Dritte nur wenige Sekunden nach dem ersten Schleck einen stechenden Schmerz im Kopf.

Eis ist romantisch: Nach einer Emnid-Umfrage gehen 62 Prozent der Befragten beim ersten Rendez-Vous Eis essen.

Eis am Stiel wurde rein zufällig erfunden. Der Amerikaner Frank Epperson, Limonaden-Händler aus Kalifornien, ließ in einer kalten Nacht einen Löffel in einem halb vollen Glas Limonade stehe

Die Schweden schlecken von den Europäern am meisten Eis. Sie aßen im Jahr 2000 knapp zwölf Liter pro Kopf, die Deutschen lagen mit 7,9 Litern nach Italien, Irland und Dänemark nur an fünfter Stelle. Mit 4,2 Litern waren die Portugiesen Schlusslicht.

Die meisten Gelatieri in Deutschland kommen aus dem Zoldo-Tal in den Dolomiten in Norditalien. Der Grund: Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm die Industrie die dort traditionelle Nagelherstellung. Ein Sizilianer brachte den Arbeitslosen bei, Eis herzustellen. Seitdem hat das Eismachen dort Tradition.

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