Wirtschaft : Witschafts-Personalien: Otto Schlecht - Klaus-Dieter Scheurle

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Er ist die Soziale Marktwirtschaft. Otto Schlecht hat über Jahrzehnte in Deutschland das ordnungspolitische Gewissen wach gehalten. Wenn andere sagen, als Politiker können man nicht den Ludwig-Erhard-Preis gewinnen (Helmut Kohl), steht Schlecht dafür ein, dass beides zusammen passt: Eine pragmatische Wirtschaftspolitik, welche gleichwohl das Erbe der Freiburger Schule nicht verraten muss. 38 Jahre lang hat der Schwabe aus Biberach im Wirtschaftsministerium gearbeitet, unter Karl Schiller, Helmut Schmidt und einer Reihe anderer Minister. Am Lambsdorff-Paper von 1982, welches das Ende der sozialliberalen Koalition bedeutete, war er - zusammen mit Hans Tietmeyer - maßgeblich beteiligt. 1991 ging er in den Ruhestand, ein für Schlecht ganz und gar unpassendes Wort: Denn als Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung ist er rastlos im Einsatz, bei Tagungen und Kongressen, die nicht erst heute die Aktualtiät der Neuen Sozialen Marktwirtschaft zeigen. An diesem Donnerstag feiert Schlecht seinen 75. Geburtstag.

Klaus-Dieter Scheurle, Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, ist am Mittwoch von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller verabschiedet worden. Scheurle scheidet nach fast drei Jahren vorzeitig aus dem Amt und wechselt zum 1. Januar als Mitglied der Geschäftsführung Deutschland zur Investmentbank Credit Suisse First Boston. Mit seiner offensiven Regulierungspolitik erntete der 46-jährige Jurist viel Kritik bei den Ex-Monopolisten Telekom und Post. Er brachte den Wettbewerb vor allem auf dem Telekommunikationsmarkt voran und bescherte den Verbrauchern günstige Tarife. Seit der Marktöffnung 1998 bis heute fielen die Gebühren in Deutschland für Ferngespräche um über 90 Prozent, im Mobilfunk um 40 Prozent. Ende 2000 soll es 48 Millionen Handybesitzer und 24 Millionen Internetnutzer geben. Eine bemerkenswerte Entwicklung, lobt Scheurle sein Werk. Müller sprach sich für den gegenwärtigen Vizepräsidenten Matthias Kurth (SPD) als Scheurles Nachfolger aus.

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