Wirtschaft : Wohin mit dem Elektronikschrott?

BERLIN (olm).Informations- und Kommunikationstechniken sind die Wegbereiter für Wachstum, Innovation und nicht zuletzt für neue Arbeitsplätze.Leider kommt ein Aspekt bei Herstellung und Nutzung der IT-Produkte seit Jahren zu kurz: Die ökologische wie soziale Verträglichkeit der neuen Technologien.Die Informationsgesellschaft, so Rolf Kreibich, geschäftsführender Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), könne nur überleben, wenn sie sich auf Dauer zur ökologischen Nachhaltigkeit bekenne.Das IZT hat zusammen mit Wissenschaftlern des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nun eine Studie erarbeitet, um die gravierenden Defizite der letzten Jahrzehnte deutlich zu machen und gleichzeitig Anstöße für die Überwindung der Hemmnisse zu geben.Die Ergebnisse des Papiers wurden im Abschlußbericht der Bonner Enquete-Kommission "Schutz des Menschen und der Umwelt" verarbeitet, der am Donnerstag vorgestellt wird.

Ein großes Problem ist der jährlich in Deutschland anfallende Elektro- und Elektronikschrott von bis zu 1,5 Mill.Tonnen.Ursache ist die Schnellebigkeit der Produkte und ihrer Software.Hier sehen die Autoren der Berliner Studie einen erheblichen Innovationsbedarf, der den Kreislauf der verwendeten Stoffe sichert und die Rücknahme der Produkte garantiert.Eine im Mai verabschiedete Geräteverordnung erfaßt lediglich zehn Prozent der potentiellen Schrottmengen.Auch der steigende Energieverbrauch stellt ein Problem dar.Allein für die Bereitschaft der pro Jahr benutzten Geräte in Haushalten und Büros müssen zwei Kraftwerke von jeweils 1000 Megawatt Strom liefern.Werden künftig alle Fernsehapparate - wie geplant - mit digitaler Technik arbeiten, wäre damit ein weiteres Kraftwerk ausgelastet, so die Autoren.

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