Wirtschaft : Wohltätigkeits-Boom: Die Transparenz im deutschen Spendenmarkt

Seit über 80 Jahren sammelt das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) Informationen über soziale und humanitär-karitative Spendenorganisationen. Erklärtes Ziel der mit öffentlichen Mitteln ausgestattenen Stiftung ist es, die Transparenz im deutschen Spendenmarkt zu erhöhen. Seit 1992 vergibt das Institut eine Art Spenden-Tüv. Die Grundgebühr kostet 500 Mark. Hinzu kommen pro 100 000 Mark Spendeneinnahmen im Jahr 0,025 Prozent Zusatzgebühren - zum Beispiel bei Spendeneinnahmen von einer Millionen Mark 250 Mark. Die maximale Zusatzgebühr beträgt 7500 Mark. In einem hauseigenen Archiv hat das Institut Informationen über 2000 Spendenorganisationen gesammelt. Von denen sind 136 Spendenorganisationen mit dem Spendensiegel ausgezeichnet worden. Den "Spenden-Tüv" erhält, wer ausreichende interne und externe Kontrolle nachweisen kann, eine transparente und wirtschaftliche Arbeit, eine sachliche Werbung und einen Werbungs- und Verwaltungskostenanteil von unter 35 Prozent der Gesamtausgaben. Das Siegel muss jedes Jahr neu beantragt werden. Auch der Deutsche Spendenrat will mehr Transparenz in den Spendenmarkt bringen. 1993 schlossen sich 37 Organisationen zum Deutschen Spendenrat zusammen - Organisationen, die das DZI nicht berücksichtigen konnte. Heute zählt der Rat 43 Mitglieder. Anders als das DZI wird der Spendenrat selber nicht aktiv. Gütezeichen werden nicht vergeben. Der Spendenrat beschränkt sich auf reine Selbstkontrolle. Die Mitglieder verpflichten sich, über ihre Arbeit wahrheitsgemäß zu berichten, auf belästigende, menschenunwürdige Werbung zu verzichten, mit Spenden sparsam umzugehen und keine Adressen zu verkaufen. Um Transparenz bemüht ist auch das Deutsche Spendeninstitut in Krefeld (DSK) mit seinem Register Deutscher Spenderorganisationen. Seit 1995 gewährt das DSK Non-Profit-Organisationen (NPO) einen Platz zur Selbstdarstellung im Internet. Heute sind rund 500 NPO im Netz.

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