Wirtschaft : WOHLTATEN FÜR ARBEITNEHMER

Viele Subventionen kommen direkt oder nur mit wenigen Umwegen den Bürgern zugute – eine Kürzung wird also nicht nur die Unternehmen treffen. Das Paradebeispiel sind die steuerfreien Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit. Mit einem Umfang von zwei Milliarden Euro gehört diese zu den größten Einzelposten bei den Subventionen – entsprechend fordern viele Ökonomen eine Abschaffung. Sie finden, es sei nicht Aufgabe des Staates, den Arbeitnehmern unangenehme Arbeitszeiten schmackhaft zu machen – sondern der Unternehmen. Daneben kostet die Pendlerpauschale ein erkleckliches Sümmchen – mehr als vier Milliarden Euro brächte ihre ersatzlose Streichung. Ohnehin ist sie bei Umweltschützern unbeliebt, weil sie ihrer Ansicht nach die Zersiedelung der Landschaft und den Verkehr fördert. Auch viele Ausnahmen vom normalen Mehrwertsteuer-Satz von 19 Prozent kommen direkt Verbrauchern zugute: Für Lebensmittel, Schnittblumen, Katzenfutter, Bücher, Zeitungen, Zirkus- und Zoobesuche und vieles mehr wird nur der ermäßigte Satz von sieben Prozent fällig. Womöglich nicht mehr lange – eine Expertenkommission der Regierung soll demnächst untersuchen, welche Ausnahmen tatsächlich gerechtfertigt sind. Es herrscht ein buntes Durcheinander: Hausrinder unterliegen der ermäßigten Mehrwertsteuer, Moschusochsen aber nicht. Für Fische gibt es einen Rabatt, für Langusten dagegen nicht. Und so weiter ... brö

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