Wirtschaft : Wohnen wie ein Deutscher Banker

Villa von Hermann Josef Abs steht zum Verkauf

1200 Quadratmeter Wohnfläche hat die geräumige Villa im Taunus. Foto: dpa
1200 Quadratmeter Wohnfläche hat die geräumige Villa im Taunus. Foto: dpaFoto: dpa

Frankfurt am Main - 12,5 Millionen Euro schwer, 45 000 Quadratmeter groß – so stellt man sich das Anwesen eines Bankers vor. Eines Bankers wie Hermann Josef Abs (1901-1994) zumal, jahrelang Chef der Deutschen Bank und einer der einflussreichsten Vertreter seiner Zunft im 20. Jahrhundert. Nun steht die einst von Abs bewohnte Villa im Taunusort Kronberg zum Verkauf. „Das wohl exklusivste an diesem Anwesen ist das äußerlich Unscheinbare. Lediglich ein großes Tor ist von der Königsteiner Straße aus zu sehen. Wer dieses passiert, gelangt über eine sehr schöne Zuwegung direkt zu der imposanten Villa, die zu keiner Zeit protzig wirkt“, wirbt der Immobilienmakler Engel & Völkers.  

1936 erbaut, ging das Anwesen 1953 in Abs’ Eigentum über, er nutzte es bis zu seinem Tod 1994. Gartensaal, Musikzimmer, Ankleidezimmer – 1200 Quadratmeter Wohnfläche insgesamt. Zudem gibt es je ein Haus für Fahrer (125 Quadratmeter) und Gärtner (85 Quadratmeter). Das unter Denkmalschutz stehende Objekt sei das teuerste, das Engel & Völkers derzeit in Hessen anbiete und zähle auch bundesweit zur Spitze, erklärt Holger Baete, Leiter des Königsteiner Büros des Maklers. Die heutigen Eigentümer hatten das Anwesen 2001 gekauft.

Der Name Abs könnte potenzielle Käufer zugleich anlocken wie abschrecken. Der gebürtige Bonner machte in der NS-Zeit Karriere.  Am 15. Oktober 1901 geboren, wuchs Abs in einer streng katholischen Familie auf. Nach dem Abitur absolvierte er eine Lehre im Bonner Privatbankhaus von Louis David. Er sammelte Auslandserfahrungen und begann dann seine Karriere bei Delbrück Schickler & Co. in Berlin. 1938 trat er in den Vorstand der Deutschen Bank ein. 1957 wurde Abs erster Vorstandssprecher der Bank und blieb dies bis 1967. Abs war finanzpolitischer Berater des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer und saß zeitweise in 30 Aufsichtsräten. dpa

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