Wohnungsnot in Berlin : Berliner, rückt zusammen und kauft eure Wohnung!

Weil Kredite wenig Zinsen kosten, sagen Forscher: kaufen ist billiger als mieten. Aber stimmt das wirklich für Berlin?

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Der Verkauf von Wohnungen rechnet sich - für Bauträger, oft aber auch für Mieter.
Der Verkauf von Wohnungen rechnet sich - für Bauträger, oft aber auch für Mieter.Foto: dpa

Jeder will eine Wohnung in Berlin und Kaufimmobilien sind genug im Angebot. Und weil die Zinsen für Baukredite so niedrig sind, kommt der Wohnungskauf sogar billiger als die teuren Mieten in der Stadt zu zahlen. Das hatte das Institut für Wirtschaftsforschung jüngst vermeldet. Die Konkurrenz vom Empirica-Institut hat nachgerechnet. Ergebnis: Für Großstädte mit boomenden Markt gilt das aber nur, wenn der Käufer mit weniger Wohnfläche vorlieb nimmt als der Mieter - jedenfalls wenn sie keine höhere monatliche Belastung in Kauf nehmen wollen

In München und Berlin müssen sich Käufer besonders einschränken

Besonders stark müssen sich Käufer in München, Berlin und Hamburg einschränken im Vergleich zu Mietern: In München müssten Käufer auf 23 Quadratmeter beim Erwerb einer Altbau-Wohnung verzichten, beim Kauf einer neu errichteten Wohnung sogar auf 25 Quadratmeter. In Hamburg können sich Haushalte beim Kauf einer Altbauwohnung 13 Quadratmeter weniger leisten im Vergleich zu den Mietkosten einer vergleichbaren Wohnung, bei Neubauten sind es 15 Quadratmeter weniger. Und in Berlin müsste ein Haushalt auf elf Quadratmeter (Altbau) beziehungsweise acht Quadratmeter (Neubau) verzichten, wenn er lieber in den eigenen vier Wänden leben möchte.

Die hohen Mieten in Berlin verführen trotzdem zum Kauf

Ganz vorne liegen Berliner Haushalte beim bundesweiten Vergleich ihrer "Mietbelastung", also der Summe von ihrem Einkommen, die sie für die Mietwohnung ausgeben müssen: 41 Prozent sind es bei Mietern von Neubauten, der Spitzenwert bundesweit, sowie ein knappes Drittel ihres Einkommens im Durchschnitt aller Wohnungen (31 Prozent).

Die Rechnung setzt aber den Einsatz eigenen Geldes voraus

Allerdings setzten die Forscher bei dem Vergleich der Kosten für die eigene Wohnung eine Tilgung von 2,5 Prozent zugrunde. Diese jährliche Rückzahlungsquote entspricht letztlich einer Sparquote zum Aufbau von Immobilien-Vermögen. Zugunsten der Mietwohnung spricht andererseits, dass die Haushalte kein Eigenkapital einsetzen müssen, der Einsatz von 20 Prozent eigenen Geldes durch den Wohnungskäufer setzten die Forscher bei dem Vergleich zugrunde.

Bundesweit ist Kaufen von Altbauten günstiger als mieten

Bundesweit muss der Käufer einer Neubauwohnung auf sechs Quadratmeter Wohnfläche verzichten, damit der Immobilienkauf das Budget nicht stärker belastet als eine Mietwohnung. Bei einer gebrauchten Wohnung fährt der Käufer im landesweiten Durschnitt sogar besser als zur Miete: Er kann sich 13 Quadratmeter mehr Fläche leisten als wenn er zur Miete wohnt.

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