WOHNUNGSWIRTSCHAFT : Anreize zum Häuserdämmen

Beim Energiekonzept denken die meisten nur an den Strommarkt. Da Strom auch im Wärmegeschäft über Erdwärmepumpen oder im Verkehr in Form von Elektromobilität eine immer größere Rolle spielen wird, ist das auch nachvollziehbar. Doch ein Energiekonzept wird erst daraus, wenn auch der Wärmemarkt mitbedacht wird. Und genau da hat die Regierung bisher nicht die geeigneten politischen Instrumente gefunden, um die Energieeffizienz von Gebäuden, vor allem von Altbauten, schnell zu erhöhen. Nahezu alle Energieszenarien rechnen mit einem geringeren Energiebedarf im Jahr 2050.

Rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs gehen auf das Konto von Heizungen und der Warmwasserbereitung. Bisher liegt die Sanierungsquote jährlich jedoch gerade mal bei etwa einem Prozent. Und das mit beträchtlichen Fördermitteln, die über die bundeseigene KfW-Bankengruppe ausgereicht worden sind. Allerdings plant die Bundesregierung mit ihren Sparbeschlüssen für die Haushalte von 2011 an, die Mittel dafür zu halbieren. Nur noch 400 Millionen Euro sollen pro Jahr dafür zur Verfügung stehen. Deshalb dürfte der Regierung wenig anderes übrig bleiben, als das Mietrecht so zu verändern, dass es für Hausbesitzer attraktiver wird, Häuser besser zu dämmen und alte Heizungsanlagen beispielsweise durch einen Fernwärmeanschluss oder Solarheizungen zu ersetzen. Denn auch die Fördermittel für den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Sanierung, das sogenannte Marktanreizprogramm, sollen gekürzt werden.

Wenn jedoch Vermieter höhere Anteile der Sanierungskosten auf die Mieten umlegen können, dürfte der Regierung ein Aufstand der Mieter ins Haus stehen, was grundlegende Änderungen am Mietrecht eher unwahrscheinlich macht. deh

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