Wirtschaft : Wolfgang Joop will bei Wünsche aussteigen

HAMBURG (lip/HB).Der Modedesigner Wolfgang Joop will seine Anfang des vergangenen Jahres an die Hamburger Wünsche AG veräußerte Joop GmbH wieder zurückkaufen."Ich bin bereit, die 95prozentige Wünsche-Beteiligung an der Joop GmbH zurückzuerwerben", erklärte Joop gegenüber dem Handelsblatt.Der Modedesigner habe bereits mit mehreren finanzkräftigen Investoren Gespräche geführt, die mit ihm zusammen die GmbH aus dem Wünsche-Konzern heraustrennen wollen.Wolfgang Joop hält an der Joop GmbH persönlich einen Anteil von fünf Prozent.Die Gesellschaft erziele bei einem Lizenzumsatz von 600 Mill.DM eine Rendite von etwa 40 Prozent.

Der Wünsche-Konzern ist darüber hinaus auf der Suche nach einem Investor für den börsennotierten Norderstedter Textilfilialisten Jean Pascale AG."Wir sind durchaus bereit, uns von Jean Pascale teilweise oder ganz zu trennen", erklärte Albert Büll gegenüber dem Handelsblatt.Der Wünsche-Großaktionär hält zusammen mit mehreren Hamburger Investoren 30 Prozent an der Wünsche AG.

Das Aufsichtsratsmitglied könne sich aber auch durchaus vorstellen, daß Jean Pascale künftig mit "einem strategischen Partner" zusammenarbeite.Namen möglicher Investoren nannte er nicht.Die Unternehmensberatung Roland Berger erarbeitet seinen Angaben zufolge seit einigen Monaten ein Umstrukturierungskonzept für den Textilhändler, der insgesamt über mehr als 180 Filialen verfügt.

Das Unternehmen, das 1997 einen Fehlbetrag im Konzern von rund 65 Mill.DM erzielte, werde das abgelaufene Geschäftsjahr hingegen nur noch mit einem "leichten Verlust" abschließen.Büll weist zudem Berichte zurück, daß sich die Hamburger "Life-Style-Gruppe" vom Vorstandsvorsitzenden Peter Littmann trennen wolle.Büll tritt die Flucht nach vorn an."Ich, der Aktionärspool sowie Kai Wünsche stehen hinter Peter Littmann", so Büll gegenüber dem Handelsblatt.Doch am Hamburger Bankenplatz verdichten sich seit Wochen Gerüchte, daß der ehemalige Hugo-Boss-Manager mit den notwendigen Aufräumarbeiten überfordert sei und seinen Chefsessel räumen soll.

Büll weist zudem Börsengerüchte zurück, die Wünsche AG verhandele mit der Dresdner Bank über einen Forderungsverzicht in Millionenhöhe.Das Kreditinstitut hält nach vorliegenden Informationen des Handelsblatts ein beträchtliches Kreditengagement beim Wünsche-Konzern.Littmann beteuert, daß im vergangenen Jahr die Konzernverschuldung von 870 Mill.auf 470 Mill.DM verringert worden sei.Wie der Verschuldungsgrad gesenkt wurde, will er hingegen nicht kommentieren.Nach Handelsblatt-Informationen ist die Reduzierung unter anderem darauf zurückzuführen, daß die Wünsche AG ihre 48prozentige Beteiligung am Bau-Verein zu Hamburg nicht mehr konsolidiert.

Die Börse reagierte am Montag moderat auf die Nachrichten aus dem Wünsche-Konzern.Der Kurs der Wünsche-Aktie sank bei regem Handel leicht um 1,68 Prozent auf 5,85 Euro.

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