Wirtschaft : Wolfsburger Konzern will heute Geschäftszahlen für 1999 bekannt geben

Volkswagen hat 1999 erstmals nach fünf Jahren empfindliche Gewinneinbußen verzeichnet. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Montag in ihrer ersten Ausgabe unter Berufung auf Firmenkreise. Trotz eines Umsatzwachstums um rund acht Prozent auf 145 Milliarden Mark (74,14 Milliarden Euro) bleibe der Autokonzern beim Vorsteuergewinn knapp unter der Vorjahresmarke von 6,29 Milliarden Mark. Der Reingewinn ist demnach mit gut einer Milliarde Mark nur noch halb so groß wie 1998, als VW einen Rekordgewinn von 2,24 Milliarden Mark verbuchte. VW lieferte 1999 nach früheren Angaben weltweit 4 860 000 Autos aus, sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Wolfsburger Autokonzern wollte am Montag die genannten Bilanzzahlen nicht kommentieren, kündigte aber für diesen Dienstagabend nach Börsenschluss (18.15 Uhr) eine Ad-hoc-Mitteilung zum Geschäftsjahr 1999 an.

Wie die FTD weiter berichtet, will VW die Unternehmensbilanz internationalen Standards anpassen. VW reagiere damit auf die seit langem bekannte Kritik der Börsenanalysten an der ihrer Ansicht nach zu undurchsichtigen VW-Bilanzierung. Als möglichen Termin für die neue Bilanzierung nannte VW-Finanzvorstand Bruno Adelt die VW-interne Umstellung auf den Euro in 2001. "Wir bilanzieren intern schon länger nach dem International Accounting Standard (IAS)", zitiert die FTD Adelt. Bisher würden diese Zahen jedoch nicht veröffentlicht, um das Ergebnis zu "verstetigen". Allerdings nennt die FTD auch andere Gründe: Gegenüber den Gewerkschaften, die jedes Jahr einen Haustarifvertrag mit dem Unternehmen aushandeln, wolle man keine Begehrlichkeiten wecken. Denn nach IAS-Rechnung fiele das Ergebnis um 20 bis 30 Prozent höher aus als derzeit. Ferner wolle VW mit personellen Änderungen den im vergangenen Jahr erheblich gesunkenen Kurs der VW-Aktie wieder steigern. Künftig soll der für die Öffentlichtkeitsarbeit zuständige VW-Markenvorstand Klaus Kocks auch für die Informierung der Analysten zuständig sein, hieß es in dem Bericht weiter.

Unterdessen teilte die EU-Kommission mit, dass sie die Übernahme des Autovermieters Europcar durch VW genehmigt. VW hielt bislang die Hälft der Anteile an der Hamburger Europcar International. Die anderen 50 Prozent lagen bei dem Pariser Hotelkonzern Accor. Nach früheren Angaben zahlt VW 204 Millionen Euro für die 50 Prozent.

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