WOMIT DIE KUNDEN RECHNEN MÜSSEN : Wer jetzt ausscheidet, profitiert. Wer bleibt, verliert

Mit 90 Millionen Verträgen ist die Lebensversicherung neben der gesetzlichen Rente der wichtigste Pfeiler in der Altersvorsorge. Die Kunden, die eine solche Police haben, bekommen Geld aus drei verschiedenen Quellen: Sie erhalten einen garantierten Zins, der über die gesamte Laufzeit gleich bleibt. Zudem zahlen die Versicherer jedes Jahr eine Überschussbeteiligung. Auch diese ist den Kunden sicher, sobald sie deklariert ist.

Bei Ablauf des Vertrages bekommen die Verbraucher zusätzlich eine Beteiligung an den Bewertungsreserven. Deren Höhe steht erst bei Auszahlung des Vertrags fest. In normalen Zeiten macht die Beteiligung an den Bewertungsreserven rund fünf Prozent aus. Derzeit sind die Ausschüttungen jedoch deutlich höher.

Das hat der Versicherungsverband für einen Mustervertrag (Jahresbeitrag 1000 Euro, 30 Jahre Laufzeit) ausgerechnet:

Lief der Vertrag Anfang 2011 aus, hätten die Kunden 111 Euro aus den Bewertungsreserven bekommen. Endete der gleiche Vertrag dagegen Ende 2012, wären es 3611 Euro gewesen. Die Ausschüttung geht zulasten der Versicherten, die bei der Versicherung bleiben, warnt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Deren Gesamtverzinsung (Garantiezins plus Überschussbeteiligung) sinkt um 0,5 Prozent im Jahr. Beim obigen Mustervertrag, der noch fünf Jahre läuft, würde das zu Einbußen von über 1000 Euro führen. Liefe der Vertrag erst in zehn Jahren aus, summierten sich die Verluste auf 1500 Euro, sagt der GDV. hej

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