Wirtschaft : Worauf die Lausitz hofft, wurde im Maas-Rhein-Gebiet schon verwirklicht

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Die wirtschaftliche Zusammenarbeit, die im Grenzgebiet zu Polen noch verwirklicht werden soll, ist im Raum Aachen schon seit Mitte der 70er Jahre Realitität: Teile von Deutschland, Belgien und den Niederlanden haben sich zur Euregio Maas-Rhein zusammengeschlossen. Entstanden ist ein Wirtschaftsraum mit einer Fläche von 11 400 Quadratkilometern und rund 3,7 Millionen Einwohnern. Das Gebiet erstreckt sich über die belgischen Regionen Limburg, Lüttich und der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der niederländischen Region Süd-Limburg sowie den deutschen Kreisen Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg.

Hintergrund ist die Vereinbarung über eine "Schritt für Schritt Annäherung im europäischen Rahmen", die 1976 geschlossen wurde. Gefördert werden sollen damit die Handelsbeziehungen, gemeinsame Projekte und auch kulturelle Kontakte unter Berücksichtigung der lokalen Eigenheiten. Man hat erkannt, dass die Probleme in den ausländischen Nachbarregionen den eigenen oft ählicher sind als die in den übrigen Teilen des Heimatlandes. In der Euregio waren dies vor allem die Krise in der Schwerindustrie und der folgende Strukturwandel.

In dem Länderdreieck wurden so rund 16 000 Hektar Industriegelände geschaffen, auf dem sich Büros, Handwerksbetriebe, Mittelständler und High-Tech-Unternehmen niederlassen konnten. Außerdem gibt es zwei Forschungsparks und 26 Betriebszentren. Das Bruttosozialprodukt der Euregio liegt bei rund 140 Milliarden Mark. Allerdings ist auch dort die Arbeitslosigkeit das größte Problem. Die Bekämpfung läuft mit unterschiedlichem Erfolg: Während Aachen seit Jahren eine Quote von gut zwölf Prozent hat, konnte sie in der niederländischen Teilregion fast halbiert werden.

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