Wirtschaft : Worldcom belastet Landesbank Bayern 100 Millionen Euro Kredit vergeben

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München/Berlin (nad/mot). Die Bayerische Landesbank (BLB) droht durch ihre Kreditvergabe an Pleitekandidaten weiter in Bedrängnis zu geraten. Brancheninformationen zufolge hat das halbstaatliche Institut dem von der Insolvenz bedrohten US-Telefonkonzern Worldcom mit 100 Millionen Euro unter die Arme gegriffen. „Es gibt ernst zu nehmende Hinweise, dass die Landesbank Kredite in dieser Höhe an Worldcom vergeben hat“, sagte die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, Emma Kellner. Auch die SPD-Haushaltsexpertin und Medienrätin Monica Lochner-Fischer hält einen BLB-Kredit für Worldcom für „höchst wahrscheinlich". Er passe zum medienwirtschaftlichen Engagement der Staatsregierung.

BLB-Sprecher Peter Kulmburg berief sich auf das Bankgeheimnis. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bayerische Landesbank als Wholesaler bei einem Großunternehmen wie Worldcom engagiert ist, ist recht hoch“, räumte er aber ein. Ein Kreditverlust von 100 Millionen Euro werde aber kaum ins Gewicht fallen. „Einen solchen Betrag würde die Niederlassung in den USA aus eigenen Reserven abdecken.“ Auch an denn US-Energiekonzern Enron und die insolvente Kirch-Media hatte die BLB Kredite vergeben.

Johannes Strasser, für die SPD im Haushaltsausschuss, geht davon aus, dass auch die WestLB Worldcom Geld verliehen hat. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die WestLB Kredit gegeben hat.“ Die WestLB wollte dies nicht kommentieren. Eine Sprecherin der NordLB bestätigte, dass auch die Landesbank in Hannover bei Worldcom – „im unteren Drittel eines zweistelligen Millionen-Dollar-Betrages“ – engagiert sei.

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