Wirtschaft : Wüstenrot setzt auf Kooperation mit Postbank

LUDWIGSBURG (dpa).Wüstenrot will mit der neuen Postbank-Kooperation das Bauspar-Neugeschäft 1998 stabil halten."Das Postbank-Geschäft baut sich zunehmend auf", sagte der Vorstandssprecher der Wüstenrot Holding AG, Ludwigsburg, Gert Haller, am Montag bei der Bilanzvorlage in Ludwigsburg.Die Postbank werde 1998 bis zu 25 000 Bausparverträge mit einer Summe von 500 bis 600 Mill.DM verkaufen.

Das Neugeschäft der Nummer Drei der privaten Bausparkassen in Deutschland ging im vergangenen Jahr zurück.Hauptgrund war der Wegfall des bisherigen Vertriebspartners Allianz mit einem Neugeschäftsanteil von zehn Prozent.Die Postbank soll diesen Ausfall 1998 zur Hälfte ausgleichen.Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge sank 1997 um knapp fünf Prozent auf rund 409 000 Stück.Die Bausparsumme dieser neuen Verträge schrumpfte um gut neun Prozent auf 12,6 Mrd.DM.Im bisherigen Jahresverlauf liege das Neugeschäft im einstelligen Minus.

Die mittlerweile als Aktiengesellschaft firmierende Bausparkasse Wüstenrot und die Deutsche Postbank planen laut Haller weiterhin eine wechselseitige Kapitalbeteiligung von 15 Prozent.Zur Postbank sagte der Wüstenrot-Chef: "Ich habe den Eindruck, daß sich die Privatisierung deutlich verzögert." Der Börsengang war nach früheren Angaben auf 1999 verschoben worden.Für den Einstieg müsse Wüstenrot etwa eine halbe Mrd.DM aufbringen, sagte Haller.

Wüstenrot spreche mit einer Reihe von Unternehmen über die Bausparvermittlung."Es ist aber nichts spruchreif." Die Bausparkasse will noch in diesem Jahr in Kroatien an den Start gehen.Als Partner seien die österreichische Wüstenrot-Tochter und die Bank Austria Croatia vorgesehen.In Polen will der Konzern zusammen mit der Pekao-Bank vom Spätherbst an Bausparverträge verkaufen.

Mit dem Geschäftsjahr 1997 war Haller zufrieden."Wir haben das Rekordergebnis des Jahres 1996 praktisch wiederholt." Das Betriebsergebnis der Gruppe betrug 326 Mill.DM, 18 Mill.DM weniger als zuvor.Die Bilanzsumme stieg um 9,7 Prozent auf 59,5 Mrd.DM.Der Konzern beteiligte sich mit Auszahlungen von 10 (Vorjahr: 10,4) Mrd.DM an der Wohnungsfinanzierung.Der Gewinn nach Steuern stieg wegen Einmalerträgen von insgesamt 887 Mill.DM auf 827 (26) Mill.DM.

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