Wirtschaft : Wulff stellt sich hinter Pischetsrieder

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Hannover - Im Machtkampf um die Spitze bei Europas größtem Automobilkonzern muss VW-Chef Bernd Pischetsrieder weiter um seine Vertragsverlängerung bangen. Mehrere Aufsichtsratsmitglieder vermieden am Freitag klare Bekenntnisse zugunsten des VW-Chefs. VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh sagte der Nachrichtenagentur Reuters, für ihn habe „vor allen anderen Dingen meine Verantwortung für die 170 000 Beschäftigten im Inland Priorität“. Die Verhandlungen über das von Pischetsrieder eingebrachte Sparprogramm hätten Vorrang. Osterloh wies zugleich Vermutungen zurück, die Arbeitnehmerseite könne ihre Zustimmung zu Pischetsrieders Vertragsverlängerung im Aufsichtsrat zurückhalten, um Abstriche an den Sanierungsplänen zu erreichen.

Auch Porsche-Chef Wendelin Wiedeking vermied unterstützende Worte zugunsten des VW-Chefs. „Ich habe ein gutes Verhältnis zu Herrn Pischetsrieder“, sagte Wiedeking lediglich und dementierte Branchengerüchte, selbst Interesse an dem Chefposten zu haben. „Ich denke nicht darüber nach, woanders hinzugehen“, sagte er dem österreichischen Magazin „Format". Nur der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) stellte sich hinter den Topmanager. Auf die Frage, ob der Konzernchef noch Wulffs Unterstützung habe, sagte der Ministerpräsident: „Ich wechsle meine Meinung nur, wenn Anlass dazu besteht. Das sehe ich derzeit nicht." Wulff hatte sich im Januar dafür ausgesprochen, den Vertrag von Pischetsrieder um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Unterdessen meldete nach der VW-Nutzfahrzeugsparte auch der Finanzbereich des Unternehmens gute Ergebnisse für 2005. Der Gewinn vor Steuern kletterte im Vergleich zu 2004 um 23 Prozent auf 696 Millionen Euro, der Jahresüberschuss sogar um 43 Prozent auf 489 Millionen Euro, teilte die Volkswagen Financial Services AG, zu der auch die Volkswagen Bank gehört, am Freitag in Frankfurt mit. SB

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