• WWF fordert Ausstieg aus der Kohleförderung Umweltschutzorganisation geht auf Konfrontationskurs zur Regierung

Wirtschaft : WWF fordert Ausstieg aus der Kohleförderung Umweltschutzorganisation geht auf Konfrontationskurs zur Regierung

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Berlin (deh). Der Umweltschutzverband WWF geht auf Konfrontationskurs zu Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). Zum Auftakt einer Klimakampagne des World Wide Fund for Nature (WWF) in 25 Ländern forderte die deutsche Klimachefin des Verbands, Regine Günther, am Dienstag in Berlin den Sofortausstieg aus der Kohle. „Sofortausstieg“ bedeutet für Günther, von nun an nicht mehr in die Kohle zu investieren und die Kohlesubventionen zu streichen. Statt Kohle zu nutzen, fordert der WWF die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien sowie den Einsatz von Erdgas für die Stromversorgung.

Mehr als ein Drittel des weltweit vom Menschen erzeugten Kohlendioxid(CO2)-Ausstoßes sei auf die Stromversorgung zurückzuführen, kritisierte der WWF. Die Verbrennung von kohlenstoffreichen Energieträgern wie Stein- und Braunkohle zur Stromerzeugung führe weltweit jährlich zum Ausstoß von rund 24 Milliarden Tonnen CO2. Eine Schlüsselrolle bei einer europäischen Energiewende komme Deutschland zu. Beispielsweise gehen rund zehn Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes in der Bundesrepublik allein auf das Konto des deutschen Energieversorgers RWE.

Die Forschungsprojekte für so genannte saubere Kohle, von denen sich Wolfgang Clement eine goldene Zukunft für die Kohle erhofft, hält Günther für Geldverschwendung. „Saubere Kohle gibt es nicht“, sagte auch Jennifer Morgan. Die Chefin der weltweiten Klimakampagne des WWF hält europaweit eine kohlendioxidfreie Stromproduktion bis zur Mitte des Jahrhunderts für möglich, wenn die Europäer massiv in erneuerbare Energien investierten und ihren Stromverbrauch drosselten. Die Stromversorger könnten den CO2-Ausstoß bis 2020 nach einer vom WWF in Auftrag gegebenen Studie des Ecofys Instituts europaweit halbieren.

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation verursachen die Stromerzeuger heute 37 Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen. Nur durch ein „fundamentales Umsteuern“ sei die von der EU angestrebte Begrenzung des gefürchteten weltweiten Anstiegs der Durchschnittstemperatur um zwei Grad Celsius gegenüber den Werten der Vorindustriezeit zu verwirklichen. Wenn Verbraucher ihren Stromverbrauch senkten, etwa durch Vermeidung von Stand-by-Schaltungen bei Fernsehern oder den Einsatz effizienter Kühlschränke, könnten ihre Kosten laut WWF 2020 sogar unter den heute bezahlten Strompreisen liegen.

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