Wirtschaft : X-Fab will Infineon-Werk übernehmen

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München Der Erfurter Halbleiterhersteller X-Fab will das von der Schließung bedrohte Münchner Chipwerk von Infineon kaufen. „Wir können die Verhandlungen mit Infineon bestätigen“, sagte X-Fab-Finanzvorstand Chris Förster am Mittwoch. Weitere Details zu dem geplanten Geschäft wollte er nicht nennen. Infineon bestätigte nur, dass es Verhandlungen mit einem Interessenten gibt.

In dem 20 Jahre alten Werk von Infineon werden vor allem Chips für Mobilfunk und Automobilindustrie produziert. Infineon hatte Ende Februar angekündigt, die Chipproduktion in München-Perlach wegen ihrer veralteten Technologie bis Anfang 2007 einzustellen. Die Fertigung sollte in die moderneren Werke Regensburg und Villach verlagert werden.

Nach Angaben des Münchner Betriebsrates Jakob Hauser hätte die Entscheidung über den Verkauf an X-Fab bereits fallen sollen. „Es hängt aber noch am Geld“, sagte er dem Tagesspiegel. X-Fab habe Probleme, den Kauf des Werkes mit 800 Mitarbeitern alleine zu stemmen. 2004 hatten die Erfurter nur einen Gewinn von 6,7 Millionen Euro erzielt. Ein Kompromiss könnte darin bestehen, dass Infineon für einen bestimmten Zeitraum eine Kapazitätsauslastung des Werkes garantiert, so dass X-Fab der Einstieg leichter fällt. Falls der Verkauf scheitert, wollen die Arbeitnehmer ab Mitte September mit einem unbefristeten Streik gegen die Werksschließung protestieren. nic

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