Wirtschaft : Yasmin schrumpft Bayer-Gewinn

Sammelklagen zwingen den Pharmakonzern zu hohen Rückstellungen.

Maike Telgheder (HB)

Leverkusen - Wenn die Rechtsstreitigkeiten um die Antibabypille Yasmin nicht wären, könnte Bayer-Chef Marijn Dekkers mit der Entwicklung des Pharma- und Chemiekonzern sehr zufrieden sein: Das Unternehmen wächst mit mehr als fünf Prozent schneller als viele Wettbewerber. Und angesichts neuer Produkte insbesondere im Pharmageschäft ist Dekkers auch optimistisch für die Zukunft. Aber die Schadenersatzforderungen im Zusammenhang mit dem Verhütungsmittel trüben die Bilanz: Rückstellungen von rund 1,2 Milliarden Euro, mit denen das Unternehmen Vorsorge für die Rechtsfälle vor allem in den USA trifft, drücken den Gewinn. Bayer kann zwar für 2012 einen Rekordumsatz von fast 40 Milliarden Euro verkünden. Unter dem Strich schrumpft der Gewinn aber um ein Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Neben den Rückstellungen schlugen Restrukturierungskosten in Höhe von fast 400 Millionen Euro zu Buche.

Bayer sieht sich im Falle von Yasmin allerdings eher als Opfer des US-Rechtssystems mit seinen berüchtigten Sammelklagen. Bis Mitte Februar hat Bayer mit 4800 Frauen Vergleiche geschlossen.

Die Märkte beeindruckten die Rechtsfälle wenig. Die Aussichten auf ein deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum in diesem Jahr ließen die Titel an der Frankfurter Börse um mehr als zwei Prozent steigen. Dekkers erwartet einen um vier bis fünf Prozent wachsenden Umsatz. Das Ergebnis je Aktie soll ohne Sondereffekte im oberen einstelligen Prozentbereich zulegen. Maike Telgheder (HB)

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