Wirtschaft : Zahl der Handykunden steigt weiter

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Berlin Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Mobilfunkkunden in Deutschland noch einmal deutlich gewachsen. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Branchenkreisen erfuhr, wuchs der Markt um mehr als zehn Prozent auf rund 72 Millionen Nutzer. Damit besitzen statistisch gesehen neun von zehn Bundesbürgern ein Handy. Doch mit einer Marktdurchdringung von 87 Prozent liegt Deutschland im europäischen Vergleich keineswegs an der Spitze. In Schweden zum Beispiel ist die Zahl der Mobilfunkkunden größer als die der Einwohner.

Experten erwarten, dass sich das Kundenwachstum 2005 verlangsamen wird, auch wenn der Trend zu Zweithandy oder zur Zweitkarte fürs Notebook anhält. Die Mobilfunkanbieter legen nicht mehr so viel wert darauf, ihre Kundenzahl um jeden Preis zu steigern, sondern viel mehr darauf, den Umsatz pro Kunde zu erhöhen. Deutlich spüren das die Kunden bei Neuabschluss oder Verlängerung eines Vertrages. Die Subventionen für Handys sind deutlich zurückgegangen.

Für die kleineren Anbieter E-Plus und O2 ist die Steigerung der Kundenzahl aber immer noch ein wichtiges Ziel. So meldete E-Plus am Dienstag, 2004 mit einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft abgeschlossen zu haben. Ende Dezember sei die Marke von 9,5 Millionen Kunden überschritten worden – 440000 Kunden mehr als Ende September. Die anderen Anbieter veröffentlichen ihre Kundenzahlen Ende des Monats. Marktführer T-Mobile wird es auf rund 28 Millionen Kunden gebracht haben.

Unterdessen kündigte der finnische Handyhersteller Nokia an, mehrere hundert Arbeitsplätze in Deutschland und Finnland abzubauen. Die Streichungen seien Teil der im November angekündigten Ausgabenkürzungen in Forschung und Entwicklung, teilte der Weltmarktführer in Helsinki mit. In Finnland sollen demnach 250 Arbeitsplätze wegfallen. „Wir können noch nicht sagen, wie viele Stellen in Deutschland abgebaut werden“, sagte eine Nokia-Sprecherin in Düsseldorf. Nokia beschäftigt in Bochum, Düsseldorf und Ulm zurzeit rund 3400 Menschen, davon ein Drittel in Forschung und Entwicklung. Tsp

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