Wirtschaft : Zahltag

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Berlin (Tsp). So, und jetzt steht Werner von Moltke, der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) erst mal da: Zahlen muss er, 500 Dollar an jeden Spieler der Männer-Nationalmannschaft. Das ist der Deal. Geld gegen Sieg. Nur hatte eigentlich kaum jemand damit gerechnet, dass die deutsche Nationalmannschaft in der Weltliga die Niederlande besiegen würde. Von Moltke, einem erklärten Leistungsfanatiker, dürfte trotz seiner extremen Ergebnis-Fixierung, diese Ausgangsposition gar nicht so unrecht gewesen sein, schließlich hatte der DVV erst in letzter Sekunde noch jene 250 000 Euro aufgetrieben, die den Einsatz bei der Weltliga überhaupt erst möglich machten. Dafür aber handelte er mit den Spielern aus, dass die auf ihre Antrittsprämie von 200 Dollar (auch bei einer Niederlage) verzichten.

Aber nun haben sie gewonnen, die Deutschen: 3:1 (25:17, 22:25, 25:20, 25:14), sensationell. Und 3000 Zuschauer in der Berliner Max-Schmeling-Halle waren begeistert. Vergangene Saison hatte das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu gegen die Niederlande viermal verloren. Und das war noch nicht das Schlimmste: In der ganzen Weltliga hatte die Mannschaft kein Spiel gewonnen; zwölf Partien, zwölf Niederlagen.

Und jetzt? Jetzt gewannen die Deutschen am Donnerstagabend schon den ersten Satz nach 20 Minuten 25:17. Und danach hatten sie nur im zweiten Satz Probleme. „Aber danach haben wir die Aufschläge leicht variiert und die Fehlerquote reduziert“, sagte Kapitän Stefan Hübner. Und Moculescu war restlos begeistert: „Diese Mannschaft hat sich vom Frust der letzten Jahre freigespielt“, sagte Moculescu. „Es freut mich für die Jungs, die immer nur auf die Schnauze bekommen haben und sich trotzdem nicht entmutigen ließen.“ Und von Moltke sagte, obwohl er nun zahlen muss: „Das ist eine Truppe mit Teamgeist“ Der niederländische Trainer Bert GoeDerdkoop lobte die Deutschen: „Die Mannschaft gehört in dieser Verfassung bei der EM 2003 zu den Top-Teams. Wir hatten heute keine Chance.“ Bester Spieler war Außenangreifer Marco Liefke vom SC Charlottenburg, der 24 Punkte verzielte., Am Freitagabend trafen beide Mannschaften erneut aufeinander (das Spiel war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht beendet).

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