Zahlungsdienst Stripe : Jüngster Milliardär will Deutschland erobern

Stripe gehört zu den wertvollsten Start-ups der Welt, nun startet der Zahlungsdienst auch in Deutschland.

von
Stripe-Gründer John Collison bringt sein Start-up nun auch nach Deutschland. Foto: Promo/Pamela Littky
Stripe-Gründer John Collison bringt sein Start-up nun auch nach Deutschland. Foto: Promo/Pamela Littky

Das deutsche Büro von Stripe liegt versteckt in der Chausseestraße, Ecke Invalidenstraße. Seit Jahresbeginn hat hier ein Team von sechs Personen den Start in Deutschland vorbereitet. Heute ist es so weit. Das US-Unternehmen bietet Online-Händlern seine Software für Zahlungsdienstleistungen an. Das klingt zunächst weder besonders neu noch innovativ. Trotzdem gehört Stripe mit einer Bewertung von 9,2 Milliarden Dollar zu den 15 wertvollsten Start-ups der Welt und liegt damit noch vor Spotify oder dem gehypten Kommunikationsdienst Slack. Das US-Magazin „Forbes“ kürte den nun 27-jährigen Gründer John Collison zum jüngsten Selfmade-Milliardär der Welt.

„Es gibt die Wahrnehmung, die Probleme beim Online-Handel wären gelöst“, sagt Collison. Doch das sei ein Missverständnis. Weltweit Zahlungen anzunehmen, sei für Unternehmen weiterhin schwierig, da es so viele regionale Unterschiede und Systeme gebe. So wird in den Niederlanden bei jedem zweiten Online-Kauf das lokale System iDeal genutzt. „Gerade exportorientierte Unternehmen wie die deutschen müssen all solche Zahlungsmethoden anbieten“, sagt der gebürtige Ire. In Deutschland wiederum ist beispielsweise die Lastschrift viel beliebter als in anderen Ländern.

Die hierzulande ebenfalls populäre Rechnungszahlung kann Stripe allerdings noch nicht anbieten. Generell ist der Markt für Zahlungsdienstleistungen stark umkämpft, Wettbewerber sind Paypal und dessen Tochter Braintree, Adyen, Wirecard oder Concardis, deren Besitzer kürzlich das Berliner Start-up Ratepay, spezialisiert auf Rechnungs- und Ratenzahlungen, übernommen haben.

Um sich abzuheben, bietet Stripe noch weitere Dienstleistungen über die reine Zahlungsabwicklung hinaus. „Viele Online-Unternehmen nutzen heute Abomodelle“, sagt Collison, „wir bieten die nötige Software, um das zu verwalten.“ Zudem gibt es von Stripe auch Lösungen zur Betrugsbekämpfung und sogar die Anmeldung eines Unternehmens in den USA erledigt das Start-up. Das Kerngeschäft sind jedoch Zahlungsdienstleistungen. Dabei ist Stripe bereits in 17 Ländern aktiv und wickelt jährlich Transaktionen von mehreren Milliarden Dollar ab. Zu den ersten deutschen Kunden gehören der Putzkraftvermieter Book a Tiger oder Daimlers Plattform zur privaten Autovermietung, Croove.

Autor

11 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben