Wirtschaft : Zapf kommt bei der Sanierung nur mühsam voran

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Berlin – Sie gehören zu den Stars in den Kinderzimmern, und sie sind begehrt bei Sammlern: die Puppen von Zapf. 1932 produzierten Max und Rosa Zapf die ersten Puppen im bayerischen Rödental.

1991 wird mit der „Baby-Born-Reihe“ die erste Puppe mit „menschlichen Funktionen“ eingeführt, und der Erfolg stellt sich prompt ein. „Baby Born“ macht Zapf nach eigenen Aussagen bis 1998 zum umsatzstärksten traditionellen Spielzeughersteller in Deutschland. Noch 2001 ist „Baby Annabell“ das meistverkaufte Mädchen-Spielzeug in Großbritannien.

Doch bald danach beginnt der Abstieg. Neuentwicklungen fehlen, insbesondere in Deutschland und auf dem wichtigen US-Markt werden immer weniger Puppen verkauft. Schließlich sollen Mitglieder des Managements auch noch die Bilanzen manipuliert haben.

Inzwischen hat der amerikanische Puppenhersteller MGA das Sagen in Rödental, obwohl er nur rund 20 Prozent an Zapf hält. Er soll die Deutschen wieder nach vorne bringen. Ein erster Schritt war eine weitreichende Vertriebspartnerschaft. Doch weitere Erfolge stellen sich nur langsam ein. Nach den am Freitag vorgelegten Zahlen blieb Zapf auch im ersten Halbjahr 2006 in der Verlustzone, aber immerhin: Unterm Strich steht ein Minus von 10,9 Millionen Euro nach 11,6 Millionen im Vorjahr. Beim Umsatz gab es zwar ein erneutes Minus von 11,2 Prozent auf 35 Millionen Euro, aber auch hier ist der seit Februar amtierende ZapfChef Georg Kellinghusen optimistisch. Der Auftragsbestand liegt derzeit um 16 Prozent über dem Vorjahresniveau. Kellinghusen, der von Escada kam, glaubt auf dem richtigen Weg zu sein. Oberste Priorität habe nun eine ausreichende Eigenkapitalbasis. „Bis zum Jahresende brauchen wir eine Kapitalerhöhung“, sagt Kellinghusen. Ob es bald neue Produkte geben wird, sagt er nicht.dr

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