Wirtschaft : Zehn Bewerber um Crédit Lyonnais

PARIS .Die französische Tochter des Allianz-Versicherungskonzerns und die Commerzbank wollen sich am Kapital der französischen Großbank Crédit Lyonnais (CL) beteiligen.Wie das Wirtschafts- und Finanzministerium in Paris am Donnerstag nach Ablauf der Bewerbungsfrist mitteilte, haben insgesamt zehn Banken, Versicherungen und andere Unternehmen Anträge eingereicht.Nun muß die Regierung entscheiden, wer und in welcher Höhe am "harten Kern" der neuen Aktionäre beteiligt wird.Die Allianz-Tochter AGF will "zwischen fünf und acht Prozent" erwerben, die Commerzbank "um die fünf Prozent".

Nach den bisherigen Planungen soll es zwei Gruppen geben: Aktionäre, die zwischen vier und zehn Prozent halten, und andere, die weniger als vier Prozent bekommen.Der Preis, zu dem die Aktien zugeteilt werden, ist bislang nicht bekannt.

Weitere Kandidaten für den "harten Kern" sind die italienische Bank Intesa und die spanische Banco Bilbao Vizcaya (BBV).An der Intesa ist die größte französische Bank, Crédit Agricole, beteiligt, die zugleich selbst eine Übernahme von Aktien des Crédit Lyonnais beantragt hat.Bei der BBV ist der französische Versicherer Axa ein wichtiger Aktionär, der gleichfalls selbst den Einstieg beim Crédit Lyonnais wünscht.Insbesondere die Entscheidung zwischen der Allianz-Tochter und der Axa dürfte laut Beobachtern der französischen Regierung Kopfzerbrechen bereiten.Die Axa spielt auch bei dem Versuch der französischen Bank BNP, die gerade fusionierenden Konkurrenten Société Générale und Paribas gegen deren Willen zu übernehmen, im Hintergrund eine wichtige Rolle.Die Paribas wünscht ebenfalls einen Einstieg beim Crédit Lyonnais.Aus Frankreich haben außerdem noch Crédit Commercial de France (CCF), die Volksbanken Banques Populaires sowie der Luxusgüter-Konzern Moët Hennessy Louis Vuitton, ein Großkunde bei CL, Anteile beantragt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar