Wirtschaft : Zehn Prozent der Versicherer haben Stress Alles in allem ist die Branche robust

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Frankfurt am Main - Die Ergebnisse waren mit einiger Spannung erwartet worden, die Erkenntnisse sind allerdings begrenzt: Denn zum einen bezieht sich der Stresstest der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa, dessen Resultate Behördenchef Gabriel Bernadino am Montag in Frankfurt vorlegte, auf die erst ab 2013 schrittweise geltenden Kapitalvorschriften, womit er wenig über die aktuelle Lage aussagt. Zum anderen nennt der Test mit Blick auf die zehn Prozent der europäischen Versicherer, die im Blick auf 2013 durchgefallen sind, keine Namen. Wie überhaupt die ganze Analyse im Gegensatz zu den Ergebnissen des Bankenstresstests anonym bleibt. Bernadino lobt gleichwohl das Resultat. „Generell ist der europäische Versicherungssektor robust und kann auch größere Schocks gut verarbeiten.“

Insgesamt deckt der zwischen März und April bei 58 Versicherungskonzernen, Rückversicherern und 71 kleineren Versicherungen aus den 27 EU-Ländern sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz durchgeführte Test 60 Prozent des Marktes ab und ist damit nach Angaben von Eiopa repräsentativ. Aus Deutschland wurden dem Vernehmen nach Allianz, Münchner Rück sowie Hannover Rück und deren Tochterunternehmen unter die Lupe genommen. Analysiert wurde die Widerstandsfähigkeit und die Kapitalkraft der Unternehmen im Blick auf Schocks auf den Aktienmärkten, bei Staatsanleihen und bei Zinsen einerseits, und durch statistisch nur alle 200 Jahre auftretende Naturkatastrophen oder Epidemien andererseits.

13 der 129 analysierten Versicherer würden die ab 2013 erforderliche Mindestkapitalschwelle reißen. Ihnen fehlten dann aber vergleichsweise überschaubare 4,4 Milliarden Euro. Insgesamt sind die untersuchten Versicherer mit einem Kapital von 577 Milliarden Euro ausgestattet. Selbst im schlimmsten Fall würden sie, Eiopa zufolge, aber nur mit 150 Milliarden Euro belastet.Rolf Obertreis

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