Wirtschaft : Zeiss blickt skeptisch ins neue Jahr

Optikspezialist rechnet mit stagnierenden Umsätzen

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Stuttgart (brb/HB). Die CarlZeiss Gruppe ist mit einem niedrigeren Auftragsbestand ins neue Geschäftsjahr 2002/2003 gestartet. Vor allem die Märkte der Halbleiterindustrie, aber auch die Automobilbranche bereiten dem Optikspezialisten aus dem schwäbischen Oberkochen Sorgen. „Wir können uns der negativen Entwicklung der Weltwirtschaft nicht mehr entziehen", sagte Zeiss- Chef Dieter Kurz am Donnerstag in Stuttgart.

Noch hofft Kurz, dass der Zeiss-Umsatz nur stagniert. Eine Ertragsprognose wagte der Firmenchef nicht. „Wir haben umfangreiche Kostensenkungsprogramme an allen Standorten gestartet“, sagt er. Sie sollen die Erträge stabilisieren.

Zeiss stellt Objektive für die Halbleiterfertigung her und ist in der Augenheilkunde, in der industriellen Messtechnik sowie in der Mikroskopie tätig. Zudem ist Zeiss in Deutschland einer der führenden Hersteller von Brillengläsern. Der High-Tech-Hersteller gibt mehr als acht Prozent des Umsatzes für die Entwicklung neuer Produkte aus.

Nachdem Zeiss Mitte der 90er Jahre eine tiefe Krise überwunden und sich in neuen Geschäftsfeldern aufgestellt hat, ist das Unternehmen in den vergangenen Jahren im Schnitt um zwölf Prozent gewachsen. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 30. September endete, legte Zeiss deutlich zu. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 2,25 Milliarden Euro. Fast die Hälfte des Wachstums entfiel auf Firmenzukäufe.

Neuland hat das Stiftungsunternehmen mit dem Zusammenschluss der Zeiss-Sparte Augenheilkunde und der börsennotierten Asclepion zur Carl Zeiss Meditec AG betreten. Erstmals hat Zeiss damit den Gang an die Börse geschafft. Analysten loben die Fusion als klugen Schritt. Zeiss habe sich eine kostspielige Eigenentwicklung in der Lasertechnologie durch den Zukauf erspart. „Die Carl Zeiss Meditec ist heute Komplettanbieter für die Augenheilkunde. Der Kunde kann alles aus einer Hand kaufen“, sagt Ansgar Rauch von der NordLB. Auch Zeiss-Chef Kurz sieht darin einen Wettbewerbsvorteil. Solche Technologie-Zukäufe kann er sich ebenfalls für andere Sparten vorstellen. „Zeiss betreibt heute ein konsequentes Portfolio-Management,“ sagt er nicht ohne Stolz.

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