Wirtschaft : Zeit für Erholung

Bernd Hops

Die Saison der Quartalszahlen geht zu Ende. Damit beginnt die Saure-Gurken-Zeit an der Börse. Für die Aktienmärkte dürfte es daher nach Einschätzung der Experten der DZ Bank schwer werden, den Schwung zu behalten. Sie erwarten „für die bevorstehenden nachrichtenarmen Wochen eine Konsolidierung“ an den europäischen Märkten. Die Helaba (Landesbank Hessen-Thüringen) geht davon aus, dass „die Risikofreude an den Finanzmärkten“ den Zenit überschreitet. Bei Aktien sei „das Stimmungshoch erreicht“.

Dabei ist die vergangene Woche für die Aktionäre sehr erfreulich gewesen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) übersprang am Freitag die Marke von 7600 Punkten. Danach hatte es am Dienstag noch nicht ausgesehen, als der Leitindex in die Knie ging und das Wochentief bei 7418 Punkten erreichte. Auch der US-Index Dow Jones war schwach in die Woche gestartet. Dafür erreichte er am Freitagabend ein Allzeithoch bei gut 13 525 Punkten. Auslöser waren überraschend gute Konjunkturzahlen und Unternehmensgewinne, die über den Erwartungen lagen.

Doch für US-Aktien sehen die Experten der DZ Bank kaum noch Luft nach oben, weil sie schon relativ teuer seien. Außerdem dürften sie für Anleger aus dem Euro-Raum uninteressanter werden, weil die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar weiter an Wert gewinnen dürfte. An den europäischen und deutschen Märkten seien wiederum die prognostizierten Indexstände für den Jahresverlauf schon früh erreicht worden, heißt es in der DZ-Bank-Studie. Deshalb sei man nur noch „verhalten optimistisch“. Die Anleger hätten schon viel von dem Konjunkturoptimismus im ersten Halbjahr verbraucht.

Eine Sonderentwicklung könnte es für die Aktie von Air Berlin geben, die in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt hat (siehe Grafik). Das Papier der zweitgrößten Fluggesellschaft in Deutschland hat nach Einschätzung der DZ Bank gute Chancen, bereits im Juni in den M-Dax aufgenommen zu werden, dem Index für mittelgroße Werte. In der Regel bedeutet die Mitgliedschaft in solch einem Börsenbarometer mehr Aufmerksamkeit bei Investoren.

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