Wirtschaft : Zeitarbeit bleibt umstritten Branchenverband bestreitet Einigung mit der Regierung

-

Berlin (dpa/brö). Der Streit über die Bezahlung von Leiharbeit schwelt weiter. Anders als Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) sehen Union, Arbeitgeber und Teile der Zeitarbeitsbranche noch keine Annäherung zwischen den Parteien. Am Mittwoch wurde in der Koalition intensiv an endgültigen Formulierungen gearbeitet. Die Regelungen zur Leiharbeit gehören zum Reformpaket für den Arbeitsmarkt nach den Vorschlägen der HartzKommission und sollen bereits am Freitag im Bundestag verabschiedet werden.

Clement hatte am Dienstag nach einem Treffen mit Gewerkschaften und Zeitarbeitsfirmen von einer Einigung bei der künftigen Einstufung von Leiharbeitern gesprochen. Danach sollen Leiharbeiter den gleichen Grundlohn wie Festangestellte erhalten, Ausnahmen soll es für eine sechswöchige Einarbeitungsfrist geben. Die Tarife für die Leiharbeiter sollen flächendeckend zwischen Gewerkschaften und Verbänden bis Anfang 2004 ausgehandelt werden. Kritisiert wurden die Pläne von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und von Gesamtmetall. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Karl-Josef Laumann, sagte, das von Clement verkündete Ergebnis stelle aus Sicht der Union „keinesfalls einen Durchbruch dar“.

Führende Vertreter der Leiharbeitsbranche wiesen die Version von Clement zurück. „Wir legen großen Wert auf die Feststellung, dass wir in unserem gestrigen Gespräch mit dem Minister seinen Plänen für eine gesetzliche Neugestaltung der Zeitarbeit in Deutschland nicht zugestimmt haben“, heißt es in einer Stellungnahme des Bundesverbandes Zeitarbeit (BZA) und der Initiative „Zukunftsvertrag Zeitarbeit“ vom Mittwoch.

Dies bedeute „schlicht und einfach, dass wir den Gewerkschaften auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind“, sagte BZA-Vizepräsident Volker Enkerts. Gewerkschafts-Chef Michael Sommer begrüßte die Lösung. Er nannte als Ziel der Gewerkschaften „faire Bedingungen“ für Leiharbeit. Diese solle „Brücke in den ersten Arbeitsmarkt“ sein.

0 Kommentare

Neuester Kommentar