Wirtschaft : Zeitplan für VDO

Börsengang bis Ende September

München/Berlin - Siemens will seine Autozuliefersparte Siemens VDO spätestens Ende September 2007 an die Börse bringen. Der Börsengang solle noch vor Abschluss des laufenden Siemens-Geschäftsjahres erfolgen, das am 30. September endet, sagte eine Sprecherin am Freitag in München. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.“

Mit der am gestrigen Freitag vollzogenen Ausgliederung der Sparte in eine eigenständige Aktiengesellschaft sei die Voraussetzung dafür geschaffen worden. Die Sparte firmiert jetzt als Siemens VDO Automotive AG mit Sitz in Regensburg.

Mit der Ankündigung setzte Siemens erstmals einen festen Zeitplan für den Börsengang, der ursprünglich bereits zum 1. Mai des laufenden Jahres geplant war. Damals hatte es jedoch erhebliche Probleme mit den Mitarbeitern gegeben, und auch jetzt stemmen sich die Gewerkschaften gegen den Börsengang und fordern zumindest eine Überleitungsvereinbarung für die Beschäftigten. Siemens will allerdings mit 51 Prozent die Mehrheit an VDO behalten. An die Börse sollen nur bis zu 49 Prozent gebracht werden. Die Münchner erhoffen sich von dem Börsengang Milliardenerlöse. Analysten beziffern den Wert von VDO auf sieben bis neun Milliarden Euro.

Ein Gebot für VDO hatte jüngst offenbar auch der Automobilzulieferer Conti abgegeben. Dem Vernehmen nach wollen die Hannoveraner gut zehn Milliarden Euro für VDO bezahlen. Bei Siemens war zu hören, das Angebot sei zu niedrig. Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser hatte dagegen Mitte Mai erklärt, noch kein überzeugendes, wettbewerbsfähiges Angebot von Conti bekommen zu haben. Auch dem US-Automobilzulieferer TRW und den Finanzinvestoren KKR und Permira wird Interesse an Siemens VDO nachgesagt.

Der Börsengang sei für Siemens weiterhin die „bevorzugte Option“, sagte die Sprecherin am Freitag. Angebote von Investoren für einen Kauf der Sparte würden aber geprüft.

Siemens VDO ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Automobilzulieferer für Elektronik und Mechatronik. Im Geschäftsjahr 2005/06 (30. September) belief sich der Umsatz auf rund zehn Milliarden Euro. Beschäftigt wurden weltweit rund 53 000 Mitarbeiter. Das Unternehmen und das Markenzeichen VDO entstanden 1929 durch den Zusammenschluss der OTA Apparate in Offenbach mit der Deuta (Deutsche Tachometerwerke). 1991 kam VDO zu Mannesmann, im Jahr 2001 stieg Siemens ein. dr

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