Zeitungsbericht : Schaeffler will vier Aufsichtsrats-Sitze bei Conti

Nachdem sich die beiden Autozulieferer Conti und Schaeffler nach zähem Ringen geeinigt haben, drängt die fränkische Schaeffler-Gruppe nun offenbar auf eine starke Stellung im Conti-Aufsichtsrat. Die IG-Metall fordert nach dem Ende des Übernahmestreits indes mehr Mitbestimmung für die Arbeitnehmer.

Herzogenaurach/HannoverDie Schaeffler-Gruppe strebt einem Pressebericht zufolge eine starke Stellung im Aufsichtsrat des Autozulieferers Continental an. Schaeffler wolle vier Sitze beanspruchen, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. Als gesetzt gilt demnach Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger. Insgesamt hat das Gremium 20 Mitglieder, die Hälfte davon gehört zur Arbeitgeberseite.

Nach intensiven Gesprächen hatten sich Conti und Schaeffler in der Nacht zum Donnerstag auf ein Gesamtpaket zum Engagement des Familienunternehmens in dem DAX-Konzern geeinigt. Schaeffler erhöhte sein Übernahmeangebot an die Aktionäre auf 75 Euro je Aktie und machte umfangreiche Zusagen zum Erhalt der Unternehmensstruktur. Conti-Chef Manfred Wennemer, der den Einstieg von Anfang an heftig bekämpft hatte, scheidet zum 31. August aus dem Amt.

Schaeffler hält 8 Prozent an Conti und hat nach eigenen Angaben über Finanzgeschäfte Zugriff auf weitere 28 Prozent. Die Franken sagten zu, ihren Anteil innerhalb der nächsten vier Jahre auf maximal 49,99 Prozent zu beschränken. Garant für die Wahrung der Conti- Interessen sei Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder.

IG-Metall-Chef fordert erweiterte Mitbestimmung

Nach dem Ende des Übernahmestreits zwischen Schaeffler und Continental hat IG-Metall-Chef Berthold Huber mehr Rechte für Arbeitnehmer gefordert. "Wir brauchen eine erweiterte Mitbestimmung bei grundlegenden Entscheidungen wie Fusionen, Übernahme der Kontrollmehrheit oder Standortverlagerung", sagte Huber der "Frankfurter Rundschau". Bei VW etwa sei bei derartigen Fragen eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig, die Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat könnten also nicht übergangen werden. "Diejenigen, die den Wohlstand geschaffen haben, dürfen nicht hilflos Management-Entscheidungen ausgeliefert sein", sagte Huber.

Er nannte es positiv, dass nach dem Einstieg von Schaeffler bei dem Autozulieferer Conti "Standorte und Arbeitsplätze gesichert sind". Gleichzeitig erinnerte er daran, dass dazu seinerzeit "Conti-Chef Manfred Wennemer bei der Übernahme der Siemenssparte VDO durch Continental nicht bereit" gewesen sei. (jam/dpa/AFP)

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