Wirtschaft : Zementkartell muss weitere Buße zahlen Kartellamt legt Jahresbericht vor

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(dpa). Das Bundeskartellamt hat in seinen Verfahren gegen ein Zementkartell weitere Bußgelder von insgesamt 41 Millionen Euro verhängt. Betroffen seien sechs mittelständische Hersteller und Händler, sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge am Mittwoch in Bonn bei der Vorstellung der Jahresbilanz seiner Behörde. Die Namen der Unternehmen wollte er nicht nennen.

Mit diesen Bußgeldern seien nun auch die übrigen Verfahren zu diesem Kartell abgeschlossen, sagte Böge. Dazu hatte das Amt bereits im April 2003 gegen die sechs größten Zementhersteller Deutschlands Geldstrafen von insgesamt rund 661 Millionen Euro ausgesprochen. Das war die bisher höchste Geldbuße in der Geschichte der Bonner Behörde.

Die Zementunternehmen hatten nach Ansicht der Wettbewerbshüter zum Teil seit Jahrzehnten wettbewerbswidrige Gebiets und Quotenabsprachen getroffen. Auf diese Weise wurde laut Kartellamt der Wettbewerb auf dem Markt fast völlig ausgeschaltet. Zementabnehmer und Verbraucher seien massiv geschädigt worden.

Insgesamt ordnete die Wettbewerbsbehörde laut Böge in diesem Jahr wegen verbotener Kartellabsprachen Bußgelder von mehr als 710 Millionen Euro an. Zudem durchsuchte das Amt wegen des Verdachts auf ein Kartell bei sieben Aktionen bundesweit rund 200 Unternehmen und Privatwohnungen. Neben der Zementindustrie waren davon auch Entsorgungsbetriebe und Pharmagroßhändler betroffen.

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