Wirtschaft : Zentralbank rechnet mit höherer Inflationsrate

EZB könnte wegen höherer Preise 2004 die Zinsen wieder anheben

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Frankfurt (Main)/Berlin (ro/brö). Der Konjunkturaufschwung erfasst auch Europa – das stellt die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem DezemberMonatsbericht fest, den sie am Donnerstag in Frankfurt (Main) veröffentlichte. Auch 2005 soll es weiter bergauf gehen. Allerdings korrigierte die EZB ihre Inflationserwartung nach oben – das macht Zinserhöhungen wahrscheinlicher.

2004 wird die Wirtschaft den Experten zufolge mit einer Rate zwischen 1,1 und 2,1 Prozent wachsen. „Die konjunkturelle Erholung hat eingesetzt und das Vertrauen weiter zugenommen“, heißt es. 2005 soll die Erholung weitergehen, und das Bruttoinlandsprodukt in den Ländern der Währungsunion dürfte um 1,9 bis 2,9 Prozent steigen. Die Belebung des Wachstums werde im Laufe des Jahres 2004 und danach „an Stärke gewinnen“.

Preiserhöhungen bei Öl und Nahrungsmitteln sowie Steuer- und Abgabenerhöhungen dürften aber dazu führen, dass die Inflation (siehe Lexikon) wieder anzieht. In ihren neuesten Projektionen sagt die EZB für 2004 für Euroland eine Inflationsrate zwischen 1,3 und 2,3 Prozent voraus, 2005 soll sie noch zwischen 1,0 und 2,2 Prozent liegen. Das ist etwas mehr als bei der Schätzung vom Juni. Damit dürften die Zeiten sinkender Zinsen vorbei sein. Grund: Die EZB sieht Preisstabilität nur gewährleistet, so lange die Inflationsrate unter 2,0 Prozent bleibt. Experten erwarten nun bis Ende 2004 Zinserhöhungen.

In Deutschland sind die Kosten der privaten Haushalte für die Lebenshaltung im November gesunken. Sie seien um 0,2 Prozent niedriger gewesen als im Oktober, erklärte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Besonders in ihrer Freizeit und im Urlaub konnten die Menschen Geld sparen. Die Jahresteuerungsrate stieg gleichzeitig leicht auf 1,3 Prozent, da die Preise im November vergangenen Jahres noch stärker gesunken waren.

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