Wirtschaft : Zentralbankspräsident Duisenberg warnt vor überzogenen Ansprüchen

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, hat vor übertriebenen Lohnforderungen im Euroraum gewarnt. In Zürich sagte der oberste Währungshüter am Freitag auf dem Schweizer Bankierstag, es bleibe zu hoffen, "dass der sich abzeichnende Aufschwung nicht durch übertriebene Lohnforderungen gebremst wird". Die Flexibilisierung der Arbeits- und Gütermärkte erscheine dabei besonders dringlich. Die hohe Arbeitslosigkeit in Europa habe vor allem strukturelle Gründe, wie auch der Vergleich mit den Vereinigten Staaten zeige. Seit Anfang des Jahres habe sich die Arbeitslosenrate im Euroraum bei rund zehn Prozent stabilisiert. "Die Mitgliedsstaaten mit flexibleren Arbeitsmärkten und stärkerer Lohnzurückhaltung weisen dabei im Allgemeinen deutlich bessere Beschäftigungserfolge als der EU-Durchschnitt auf", hob der Präsident der Europäischen Zentralbank hervor. Er betonte, dass sich die Aussichten für eine Konjunkturerholung in Europa mittlerweile deutlich verbessert hätten. Jüngste Branchen- und Verbraucherumfragen deuteten auf positive Anzeichen im Euroraum hin.

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