Wirtschaft : ZF Friedrichshafen ist für 2002 optimistisch

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen rechnet 2002 angesichts der Talfahrt der Weltkonjunktur bestenfalls mit einem geringen Zuwachs. Der ZF-Vorstandsvorsitzende Siegfried Goll sagte am Mittwoch in Stuttgart, beim Blick auf das kommende Jahr herrsche keine Euphorie aber dennoch Optimismus vor. Die ZF verfüge über ein großes Wachstumspotenzial in der Antriebs- und Fahrwerkstechnik und setze weiter auf die Entwicklung neuer Produkte. Im zu Ende gehenden Jahr 2001 konnten nach Golls Angaben die Rekordergebnisse des Jahres 2000 nicht wiederholt werden. Der Umsatz des Zulieferers wuchs nur um sieben Prozent auf 7,0 Milliarden Euro (13,6 Milliarden Mark), lag damit aber immer noch deutlich über dem Durchschnitt der Branche. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen starken Umsatzsprung um 23 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro verbuchen können.

Zusammen mit der per 20. November 2001 von Siemens erworbenen Sachs AG, die jetzt ZF Sachs AG heißt, ergibt sich ein Gesamtumsatz des Unternehmens von 9,1 Milliarden Euro. Der ZF-Konzern ist mit dem Kauf des Schweinfurter Spezialisten für Stoßdämpfer und Kupplungen zur Nummer Drei auf dem deutschen Zulieferermarkt aufgerückt und belegt jetzt weltweit Platz 15. Die Gruppe ist in 22 Ländern an insgesamt 117 Standorten vertreten und beschäftigt 55 000 Menschen.

Auch beim Ertrag 2001 erwartet Goll eine Reduzierung im Vergleich zum Vorjahr. 2000 hatte der ZF-Konzern einen Betriebsgewinn von 316 Millionen Euro ausgewiesen. Trotz der Konjunkturflaute soll der Personalbestand nicht reduziert und in den Entwicklungszentren sogar aufgestockt werden. Die Investitionen in die Entwicklung sollen von 335 Millionen Euro 2001 auf 380 Millionen Euro im kommenden Jahr wachsen. Das ZF-Umsatzplus 2001 kam hauptsächlich aus der Pkw-Antriebstechnik, die um 19 Prozent nach oben schnellte. Dagegen rutschte die Nutzfahrzeuge-Antriebstechnik um sieben Prozent ins Minus.

Auch die Autohersteller stellen sich, wie berichtet, auf ein schwächeres Jahr ein: Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland wird nach Einschätzung des Verbandes der Autoindustrie (VDA) 2002 leicht unter den voraussichtlich 3,35 Millionen aus diesem Jahr liegen und damit den niedrigsten Stand seit 1994 erreichen. Auch das Produktionsniveau bei Pkw könnte nach VDA-Prognose 2002 erstmals nach vier Jahren wieder knapp unter fünf Millionen fallen.

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