Wirtschaft : Zinsen für Tore und Punkte

Banken bieten Produkte für Fußballfans an

Berlin - Wenn am Freitag und Samstag die neue Saison der Fußballbundesliga beginnt, werden einige Fans nicht nur aus Leidenschaft für ihren Verein mitfiebern, sondern auch aus handfestem finanziellem Interesse. Zahlreiche Banken bieten Produkte an, deren Verzinsung an den Erfolg der Fußballmannschaften geknüpft ist. Vorreiter dieser Idee war vor vier Jahren die Hypo-Vereinsbank (HVB) mit ihrer „FC-Bayern-Sparkarte“. Mittlerweile kann man unter anderem auch mit den Konkurrenten Schalke 04 und Werder Bremen Geld verdienen.

Das Prinzip ist bei fast allen Produkten gleich: je erfolgreicher die Mannschaft, desto höher die Verzinsung. Eine Grundverzinsung wird dabei immer gewährleistet. Die Spieler des SV Werder Bremen kicken in dieser Saison für den Geldbeutel der Citibank-Kunden. Die können seit dieser Woche ihr Geld für ein Jahr als „Werder-Champions-Zins“ fest anlegen. Als Grundverzinsung bietet die Bank, die neuer Hauptsponsor des Vereins ist, drei Prozent pro Jahr. Mit jedem Punkt, den die Bremer in der Bundesliga holen, steigt der Zinssatz um 0,01 Prozentpunkte. Zusammen mit Boni für Herbstmeisterschaft und Meisterschaft kann der Anleger auf bis zu 4,5 Prozent Verzinsung pro Jahr kommen, rechnet die Bank vor. Spielt die Mannschaft weniger erfolgreich und steigt ab, muss er sich aber zum Beispiel mit nur 3,3 Prozent zufrieden geben.

„Da ist eine Art Glücksspiel mit dabei“, sagt Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). „Man sollte auf jeden Fall prüfen, ob andere Angebote nicht besser sind.“ Auch Peter Lischke von der Verbraucherzentrale Berlin rät den Anlegern zu einer nüchternen Betrachtung. „Das Entscheidende ist die Grundverzinsung“, sagt Lischke, „wie viel gibt es auf alle Fälle?“.

Obwohl sie nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren, sind die angebotenen Produkte doch unterschiedlich. Während die Citibank das Festgeld anbietet, das ein Jahr lang nicht angetastet werden kann, ist die „FC-Bayern-Sparkarte“ der HVB als Sparbuch konzipiert, ein Teil des Geldes ist täglich verfügbar. Dabei gibt es zu einem variablen Grundzins einen Bonus von 0,1 Prozentpunkt für jedes zehnte Heimtor der Bayern. Hinzu kommt ein Meisterschaftszuschlag. Ähnlich funktioniert die „Schalke 04 Sparcard“ der Volksbanken, bei der sich der Bonus allerdings nicht an Toren, sondern an Heimspielpunkten misst. Bei Hertha BSC Berlin gibt es eine solche Erfolgsbeteiligung noch nicht. Die Anhänger können aber seit 2005 Anteile an einer Fan-Anleihe der Berliner Volksbank kaufen. Für Kinder gibt es ein „Herthinho Sparkonto“. stek

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