Wirtschaft : Zinsschritt wird in Spanien begrüßt

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Für den normalen Spanier muss die Euro-Schwäche überraschend kommen. Schließlich wurde ihm die europäische Einheitswährung schon lange vor ihrer Einführung als harte Währung angepriesen - im Gegensatz zur Peseta, die im Laufe der Zeit schon öfter abgewertet wurde. Doch nun zeigt sich, dass es mit der Stärke des Euro womöglich gar nicht so weit her ist.

Zu den potenziellen Gewinnern der Euro-Krise zählt natürlich die iberische Exportwirtschaft. Freilich hält sich der Effekt in Grenzen, denn drei Viertel der spanischen Ausfuhren gehen in die Europäische Union (EU). Umgekehrt wäre eine starke Verteuerung der Importe aus Staaten außerhalb der Euro-Zone, die mit einer weiteren Abwertung des Euro einhergehen würde, aus spanischer Sicht recht unangenehm, weil die Inflationsrate schon jetzt hoch ist. Mit 2,9 Prozent liegt die Teuerung klar über dem EU-Schnitt. Hier spiegelt sich das kräftige Wirtschaftswachstum Spaniens wider, das insbesondere auf der starken Binnennachfrage beruht.

Vor diesem Hintergrund wurde die Zinserhöhung der Europäischen Notenbank in Madrider Finanzkreisen denn auch ausdrücklich begrüßt. Der Zinsschritt mindere die Gefahr einer konjunkturellen Überhitzung, so der Tenor unter Volkswirten. Freilich glaubt kaum jemand, dass die Straffung der Geldpolitik den Eurokurs nachhaltig stützen kann.

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