Wirtschaft : Zinssenkungen: Interview: Man sollte die Amerikaner nicht unterschätzen

Herr Mayer[die Zinssenkungen durch weitere europ&]

Thomas Mayer ist Chefvolkswirt bei Goldman Sachs in Frankfurt (Main).

Herr Mayer, die Zinssenkungen durch weitere europäische Notenbanken sind am Dienstag verpufft. Ist dieses Instrument ausgereizt?

Es ist noch zu früh um abzuschätzen, wie die Maßnahmen der Notenbanken gewirkt haben. Die schrecklichen Ereignisse bedeuten wirtschaftlich gesehen einen deflationären Schock. Zinssenkungen sind die richtige Antwort auf einen Schock dieser Art.

Also noch weitere Zinssenkungen?

Weitere Zinssenkungen sind - zu gegebener Zeit - nicht nur möglich sondern auch wahrscheinlich.

Was könnten die Notenbanken sonst noch tun?

Wir können uns darauf verlassen, dass die Notenbanken auch weiterhin die Funktionsfähigkeit des internationalen Finanzsystems sicherstellen werden.

Wie groß schätzen Sie die Gefahr einer Rezession in den USA ein?

Es ist derzeit sehr schwierig eine Prognose für die Weltwirtschaft zu stellen. Dennoch bin ich zuversichtlich. Man sollte trotz der Risiken die Fähigkeit gerade der Vereinigten Staaten nicht unterschätzen, diesen Gefahren erfolgreich entgegenzuwirken.

Wie kann Europa reagieren? Wie kann man in Europa vermeiden, in den Sog einer Rezession die den USA zu geraten?

Der Angriff hat nicht nur die USA sondern uns alle getroffen, deshalb kommt es darauf an, gemeinsam eine wirtschaftspolitische Antwort zu finden. Sollte es tatsächlich zu einer Rezession in den USA kommen, wäre das direkte Instrument die Geldpolitik. Indirekt kann Europa reagieren, indem es die Strukturreformen beschleunigt und seine Wirtschaft flexibilisiert.

Japan scheint in besonderem Maße betroffen. Droht dort eine Krise?

Japan steckt ohne Frage in einer Rezession, aber von einer Krise möchte ich nicht sprechen.

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