Zinswende wahrscheinlich : US-Arbeitslosenquote leicht gesunken

Der US-Arbeitsmarktbericht wurde veröffentlicht - das ist für Anleger interessant, denn die Entwicklung auf dem Jobmarkt ist entscheidend bei der Überlegung, wann die Fed die Zinswende einleitet.

Stier und Bär. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben nervös. Nach der Erholung der vergangenen Tage ging es am Freitag vor dem wichtigen US-Arbeitsmarktbericht wieder abwärts. Foto: dpa
Stier und Bär. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben nervös. Nach der Erholung der vergangenen Tage ging es am Freitag vor...Foto: dpa

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im August auf 5,1 Prozent gesunken und bleibt damit auf dem tiefsten Stand seit Anfang 2008. Im vergangenen Monat wurden 173 000 neue Jobs geschaffen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das sei weniger als erwartet, dürfte aber dennoch eine Zinswende der Notenbank Fed im September wahrscheinlicher machen, kommentierte die „New York Times“ die neuen Zahlen. Die Entwicklung auf dem Jobmarkt ist eine entscheidende Vorgabe bei der Überlegung, wann die Fed sich von der Politik des ultrabilligen Geldes verabschieden wird. Im Juli hatte die Arbeitslosenquote noch bei 5,3 Prozent gelegen.

Anleger am deutschen Aktienmarkt hatten nervös auf das Ergebnis gewartet

Nach der Erholung der vergangenen beiden Tage ging es am Freitag vor dem wichtigen US-Arbeitsmarktbericht mit den Kursen wieder abwärts. Der Dax fiel am Vormittag um 1,32 Prozent auf 10 182 Punkte. Laut dem Chartexperten Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar wirken die Folgen des August-Crashs nach. Es brauche Zeit, bis sich die Nervosität legen werde, schrieb er in einem Marktkommentar. Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es zum Wochenschluss um 1,39 Prozent auf 19 504 Punkte nach unten und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,16 Prozent auf 1698 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab ebenfalls um mehr als 1 Prozent nach.

Höhere Zinsen machen Aktien im Vergleich zu anderen Anlagen weniger attraktiv. Unter den wenigen Gewinnern im Dax waren die Aktien der Lufthansa. Sie verteuerten sich um 3 Prozent. Händler sprachen von einer Gegenbewegung nach den Verlusten der vergangenen Monate. So zählen die Papiere der Fluggesellschaft im bisherigen Jahresverlauf mit einem Minus von fast 20 Prozent weiterhin zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex. Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer kommt derweil mit seinem Umbau voran und plant den Börsengang seiner Kunststoffsparte bis Ende des Jahres. Dem Kurs half das am Freitag aber nicht: Bayer-Aktien waren mit einem Minus von zweieinhalb Prozent der größte Verlierer im Dax. Zudem steht im Dax bald eine Veränderung an: Der Immobilienkonzern Vonovia hat den Aufstieg in den Index geschafft. Im Gegenzug muss der Chemiekonzern Lanxess - ebenfalls eine Abspaltung von Bayer - seinen Platz räumen. Experten hatten aber damit gerechnet. Umgesetzt werden die Änderungen zum 21. September. Lanxess-Aktien fielen um anderthalb Prozent, die Anteilsscheine von Vonovia um gut 2 Prozent. (dpa)

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