Wirtschaft : Zitterpartie um Mobilcom

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Berlin (vis). Der Streit zwischen Mobilcom und dem Großaktionär France Télécom wirkt sich nach Angaben des Unternehmens nicht nachteilig auf die Kundenzahlen und das operative Geschäft aus. „Die Kunden interessiert das nicht“, sagte ein Sprecher. „Bei einer Umfrage unter Kunden sagten 70 Prozent, sie wüssten gar nichts von dem Streit.“ Noch beim Bericht zum ersten Quartal 2002 hatte Mobilcom allerdings mitgeteilt, die öffentliche Diskussion um die Partnerschaft mit France Télécom habe zu Einschnitten im operativen Geschäft geführt. „Da lagen wir falsch“, sagte der Sprecher.

Obwohl Mobilcom mittlerweile um seine Existenz bangen muss: Der Aufbau des UMTS-Mobilfunknetzes gehe so voran, wie es der Business-Plan aus dem Jahre 2000 vorsehe, sagte der Sprecher. Die unterschiedlichen Auffassungen über das Tempo des Netzaufbaus waren der Auslöser des Streits zwischen Mobilcom und dem französischen Großaktionär gewesen. In der vergangenen Woche hatte France Télécom den Kooperationsvertrag mit Mobilcom gekündigt.

Dennoch verhandeln die Franzosen zur Zeit mit einem Bankenkonsortium über die Umwandlung eines Mobilcom-Kredits über 4,7 Milliarden Euro - für den die Franzosen bürgen und der Ende Juli fällig wird - in Wandelanleihen auf France-Télécom-Aktien. Sollte keine Einigung erzielt werden, steht Mobilcom vor der Insolvenz. „Jetzt ist France Télécom am Drücker“, sagt Analyst Hans Huff von der Bankgesellschaft Berlin. Mobilcom sei zum Spielball der Franzosen geworden und auch den Banken könne France Télécom die Konditionen diktieren. „Mobilcom-Chef Gerhard Schmid steht mit den Rücken zur Wand, und auch für die Anleger sieht es schlecht aus“, sagte Huff. Er rät zum Verkauf der Mobilcom-Aktie.

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