Wirtschaft : Zocken wie die Großen

In ein paar Wochen werden Hedge-Fonds in Deutschland salonfähig

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Bald sind sie auch in Deutschland gesellschaftsfähig: Per Eilverfahren sollen ab Januar 2004 HedgeFonds zugelassen werden. Fonds also, die mit einem breiten Spektrum von Finanzinstrumenten auch von fallenden oder seitwärts laufenden Märkten profitieren können. Die bekanntesten davon sind Leerverkäufe (also Verkäufe geliehener Aktien, die den Kurs drücken sollen, um sie anschließend billiger zurückkaufen zu können) und Termingeschäfte mit Aktien, Zinsen, Indizes oder Rohstoffen – vom Gold bis zur Schweinehälfte. Bisher blieb interessierten Anlegern nur die Wahl zwischen Zertifikaten, die selbst in Hedge-Fonds investierten oder ausländischen Produkten mit teilweise sehr hohen Einstiegshürden.  Den JR CTS Trend erhält man beispielsweise erst ab 40000 Euro Einlage. Dafür lieferten die Manager, die an Devisen- und Termingeschäften verdienen, binnen drei Jahren aber ein Plus von 609 Prozent ab. Allerdings: Bei Hedge-Fonds sind, vor allem wegen der Hebelwirkung vieler Finanzinstrumente, auch sehr hohe Verluste möglich, wobei die meisten Anbieter mit strikter Verlustbegrenzung arbeiten, manche überlassen die Kauf- und Verkaufsentscheidungen Computern. Beliebt unter Hedge-Fonds-Kennern ist hier der österreichische Quadriga , der per Genussschein gekauft wird, in mehr als 100 Futuremärkten aktiv ist und mittlerweile sogar per Sparplan angeboten wird. Um den Anlegerschutz bei diesen doch risikoreichen Anlegern zu erhöhen, sollen Privatanleger, so der Gesetzesentwurf,  Hedge-Fonds in Deutschland künftig nur über einen Dachfonds kaufen können (siehe Interview). Zudem werden Anzahl und Auswahl dieser Zielfonds gesetzlich geregelt. Transaktionen der Fonds sollen dokumentiert werden und dem Anleger zugänglich sein. Kleineren Anbietern, so die Kritik, werde damit der Marktzugang sehr erschwert. Die meisten großen Banken haben jedoch bereits eigene Dach-Hedgefonds zum Jahresende angekündigt. moc

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