Wirtschaft : Zu Weihnachten gibt es bei Tchibo Handyverträge

Nicole Adolph

München - Der Handelskonzern Tchibo will im deutschen Handymarkt mitmischen. Tchibo und der Mobilfunkanbieter O2 haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, teilte die O2-Muttergesellschaft MMO2 am Montag in London mit. An der Tchibo Mobilfunk GmbH seien die Unternehmen jeweils zur Hälfte beteiligt. Die neue Gesellschaft will Mobilfunkangebote entwickeln, testen und anbieten. Weitere Details sollen in den nächsten zwölf Monaten bekannt gegeben werden.

Ein Start bereits zum Weihnachtsgeschäft sei „eine Option“, sagte ein Tchibo-Sprecher. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest, da über Art und Umfang der Angebote noch verhandelt werde. In einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ hieß es, Tchibo wolle O2 Kontingente an Gesprächsminuten abkaufen und in seinen Shops Handys mit vorausbezahlten Guthabenkarten (Prepaid) anbieten.

Mit Tchibo startet in Deutschland zum ersten Mal ein so genannter virtueller Mobilfunk-Netzbetreiber. Das sind Anbieter, die eigene Verträge vermarkten, aber kein eigenes Netz haben und sich die nötigen Gesprächsminuten für ihre Kunden von den Netzbetreibern kaufen. Im Ausland gibt es bereits mehrere solcher Kooperationen. MM02 betreibt seit knapp einem Jahr ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Supermarktkette Tesco. Bisher gibt es 250000 Kunden für Prepaid-Verträge der Marke Tesco.

Die Kooperation mit Tchibo ist nach Ansicht von Analysten für den kleinsten deutschen Mobilfunkbetreiber eine Chance, seinen Kundenstamm auszubauen. „Mit Tchibo bekommt O2 einen guten Vertriebskanal“, sagt Frank Rothauge vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Tchibo hat deutschlandweit rund 850 Filialen. Rothauge zufolge bietet die Partnerschaft O2 außerdem die Möglichkeit, seine Netznutzung zu optimieren. Mit der Einführung des Mobilfunkstandards UMTS werden sich die Netzkapazitäten massiv erweitern. Den Erfolg der Kooperation für Tchibo hält Rothauge dagegen für fraglich: „Das funktioniert nur, wenn es Angebote mit minimalem Beratungsbedarf sind.“ Zudem sei Tchibo nicht in allen neuen Geschäftsfeldern erfolgreich. Während das Geschäft mit Versicherungen und Reisen gut laufe, sei der Verkauf von Konzerttickets „ein Riesenflopp“ gewesen.

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