Wirtschaft : Zu Weihnachten werden Handys knapp

Händler berichten von Lieferproblemen wegen großer Nachfrage

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Berlin (vis). Kurz vor Weihnachten könnten Handys knapp werden. Die Nachfrage nach Mobiltelefonen zieht bereits mächtig an, berichten Händler. „Es gibt seit einiger Zeit Lieferengpässe“, sagt Uwe Bauer von Komsa. Die Komsa AG, Großhändler für Telekommunikationsgeräte, beliefert rund 6000 Händler in ganz Deutschland. Lieferschwierigkeiten gebe es bei allen großen Herstellern von Mobiltelefonen, sagt Bauer. Besonders stark sei die Nachfrage nach Prepaid Handys (also Mobiltelefonen mit vorausbezahlten Telefonkarten) bis zu 150 Euro und bei Handys mit Digitalkamera.

Der Grund: Dank der neuen Mobiltelefone mit Farbdisplay und Kamera und vielen neuen Zusatzfunktionen ist die Nachfrage im gesamten Jahr höher als erwartet. „In diesem Jahr werden in Deutschland etwa 20 Millionen neue Geräte verkauft, geplant waren etwa 17 bis 18 Millionen“, sagt Bauer von Komsa. „Die logische Konsequenz ist, dass die Handys knapp werden.“ Gleichzeitig hatten die Hersteller der Mobiltelefone zuletzt Schwierigkeiten bestimmte Bauteile zu bekommen, die sie vorwiegend aus Asien beziehen. So hat es etwa einen Lieferengpass bei Displays gegeben.

„Wir produzieren wie der Teufel“, heißt es zum Beispiel bei Siemens. „Wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze, viel mehr geht nicht mehr.“ Aktuelle Lieferschwierigkeiten bestreitet Siemens jedoch ebenso wie der Konkurrent Samsung. Bisher sei man in der Lage, alle Bestellungen zu erfüllen. Weltmarktführer Nokia macht dazu keine Angaben. Wer jetzt jedoch bei Siemens oder anderen noch Geräte in großer Zahl ordern will, der wird sich wohl auf längere Lieferzeiten einstellen müssen. Neben den preiswerten Einsteigergeräten sind bei Siemens derzeit vor allem das SL55 mit aufsteckbarer und das MC60 mit integrierter Kamera gefragt. So ist das MC60 zum Beispiel im Online-Shop von T-Mobile derzeit nicht mehr lieferbar.

Doch während der Fachhandel von Engpässen spricht, sind die Netzbetreiber wie T-Mobile oder Vodafone zuversichtlich, dass ihnen im wichtigen Weihnachtsgeschäft die Geräte nicht ausgehen werden. Dank langfristiger Planung sei man bestens vorbereitet. Mit einer Einschränkung: dass möglicherweise nicht alle Geräte jederzeit in jedem Geschäft zu haben sein werden.

Wer also ein ganz bestimmtes Gerät als Weihnachtsgeschenk im Auge hat, sollte daher besser bald zugreifen. „Einzelne Produkte werden knapp“, bestätigt auch Christoph Keim, Geschäftsführer der Chris Keim GmbH, die Fachhändler beliefert und auch an Endkunden verkauft. „Wir bekommen von der bestellten Ware nur Bruchteile und verteilen sie dann nach bestimmten Quoten auf die Händler“, sagt Keim. Wer jedoch nicht auf ein bestimmtes Modell fixiert ist, sollte dennoch abwarten, rät Keim. Denn in der heißen Phase kurz vor Weihnachten erwartet er noch eine Reihe von „attraktiven Angeboten aller Marktteilnehmer“.

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